Staufen: Experten starten Erkundungsbohrung Suche nach den Ursachen

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Staufen. Eineinhalb Jahre nach den ersten Rissen in Gebäuden der historischen Altstadt von Staufen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) hat die Ursachenforschung begonnen. Mit Erkundungsbohrungen werde nach dem Auslöser der Gebäudeschäden gesucht, teilte die Stadtverwaltung gestern mit. Die Bohrung, die rund 320 000 Euro kostet, werde sechs bis acht Wochen dauern. Gebohrt werde in 150 Meter Tiefe.

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Nach Angaben des Rathauses sind in Staufen inzwischen 160 Häuser beschädigt. "Ein Ende ist nicht abzusehen", sagte Bürgermeister Michael Benitz (parteilos). Pro Monat hebe sich Staufen um einen Zentimeter. Erstmals waren die Schäden im Herbst 2007 aufgetreten. Vermutet werden Geothermie-Bohrungen hinter dem historischen Rathaus als Ursache. Beweise hierfür gibt es aber nicht. Die Bohrung lege die Grundlage für die Schadensabwicklung, sagte Benitz. Nur wenn die Ursache feststehe, könne es Schadensersatz geben. Bislang waren die betroffenen Hausbesitzer auf den Schäden sitzengeblieben.

"Ziel der Bohrung ist neben der Ursachenforschung aber auch, die besorgniserregende Entwicklung zu stoppen. Weitere Schäden sollen vermieden werden", sagte Benitz. Alle beschädigten Häuser würden regelmäßig kontrolliert. "Die Standsicherheit ist derzeit bei allen Häusern gewährleistet. Zur Finanzierung von ersten Sanierungsarbeiten werde die Stadt auf freiwilliger Basis finanzielle Hilfe leisten. lsw