Corona - Hessen finanziert Untersuchung Studie in Kitas kurz vor dem Start

Von 
Gerhard Kneier
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Wiesbaden. In hessischen Kitas soll in der kommenden Woche ein großer Test von Kita-Kindern auf das Coronavirus beginnen. Dabei geht es um eine Studie der Frankfurter Medizinprofessorin Sandra Ciesek im Auftrag des Landes Hessen. Ziel ist nach den Worten von Sozialminister Kai Klose (Grüne), nähere Erkenntnisse über die Verbreitung des Krankheitserregers durch Kinder zu gewinnen, bei denen in aller Regel kaum Krankheitssymptome auftreten. Die Teilnahme ist freiwillig.

Sollen in hessischen Kitas gesammelt werden: Corona-Abstriche. © dpa
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Ciesek, die Leiterin der Virologien an der Frankfurter Uniklinik ist, sprach von 60 Kitas, die dafür landesweit vom Statistikamt ausgewählt wurden. Wenn die Träger, die Kitas selbst und die Eltern zustimmen, sollen in jeder jeweils 25 Kinder und Erzieherinnen oder Erzieher einmal in der Woche auf das Virus getestet werden. Das Ganze soll acht bis zwölf Wochen dauern, Ergebnisse könnten aber auch in der Zwischenzeit schon ausgewertet werden.

Insgesamt sollen somit rund 1500 Kinder und Erzieher getestet werden. Die Abstriche, die kindgerecht nicht allzu tief im Rachen erfolgen, sollen die Eltern nach Einweisung durch Medizinstudenten selbst machen, die Röhrchen werden dann jeweils in der Kita von den Studenten abgeholt. Die Studie soll sich nach eigenen Angaben von einer der Uni Heidelberg zum selben Thema unterscheiden, aber einer weiteren in Düsseldorf geplanten ähneln. Die Wissenschaftler würden sich natürlich austauschen, hieß es.

Wie Klose erläuterte, werden die Ergebnisse aus den Kitas jeweils mit der sonstigen Verbreitung des Virus in der Region verglichen, um mehr über die Beteiligung jüngerer Kinder am Infektionsgeschehen zu erfahren. Damit die Studie repräsentativ bleibt, haben die Statistiker bereits Ersatz-Kitas für diejenigen benannt, die womöglich eine Teilnahme verweigern.

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Die Landesregierung finanziert die Erhebung mit 270 000 Euro. Minister Klose rief mit Hinweis auf einige spektakuläre Infektionsfälle erneut dazu auf, Abstandsregeln und Maskenpflicht weiter einzuhalten. Das Virus sei noch da, betonte er.

Korrespondent