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Corona - Ausbreitung der Alpha-Variante hat laut „Safe Kids“ III nicht zu höherem Infektionsgeschehen geführt

Studie gibt vorläufig Entwarnung

Von 
Lhe
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Bei der dritten „Safe Kids“-Studie des Landes Hessen wurde kein einziger Corona-Fall festgestellt. © Uwe Anspach/ dpa

Wiesbaden. Die Ausbreitung der Alpha-Variante des Coronavirus hat nicht zu einem erhöhten Infektionsgeschehen in hessischen Kindergärten geführt. Dies habe die „Safe-Kids-Studie III“ im Mai und Juni ergeben, sagte der hessische Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden. Obwohl die Inzidenzen in dieser Zeit vergleichsweise hoch gewesen seien, seien bei der Studie mit 756 Kita-Kindern und 226 Mitarbeitern keine Corona-Infektionen entdeckt worden, erläuterte die Virologin Sandra Ciesek.

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Sie verwies darauf, dass zum Zeitpunkt der Tests rund 80 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher mindestens einmal geimpft gewesen seien. Konkrete Aussagen, welche Auswirkungen die Ausbreitung der Delta-Variante auf Kitas hat, ließen sich anhand der „Safe-Kids-Studie III“ nicht treffen, sagte Klose.

Mit einer Corona-Studie in hessischen Kitas wollten Wissenschaftler erstmals im Sommer 2020 mehr über die Ausbreitung des Coronavirus erfahren. Sie starteten im Auftrag des Landes „Safe-Kids I“. In 50 repräsentativ ausgewählten Einrichtungen wurden Kinder, Erzieherinnen und Erzieher wöchentlich freiwillig getestet. Über die Studiendauer von zwölf Wochen wurden bei keinem Kind und bei zwei Mitarbeitern das Virus nachgewiesen, wie das Sozialministerium mitteilte.

Verband fordert weiterhin Schutz

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen lief vom 18. Januar bis zum 11. Februar dieses Jahres die „Safe-Kids-Studie“ II. Wöchentlich wurden insgesamt 557 Kindern sowie 334 Erzieherinnen und Erzieher in 47 Kitas getestet. Die Auswertung von 5019 Abstrichen ergab, dass bei drei Kindern während der Studienzeit eine Infektion vorlag. Bei vier weiteren Kindern und einer Erzieherin sprachen die Befunde für bereits zurückliegende Infektionen.

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Mit Blick auf die Alpha-Variante wurde zuletzt zwischen 17. Mai und 11. Juni 2021 die „Safe-Kids-Studie“ III durchgeführt – mit 756 Kindern sowie 226 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus 46 Kitas. Während der vierwöchigen Laufzeit wurden insgesamt 2964 Abstriche auf Sars-CoV-2 getestet. Keiner war positiv.

Der Deutsche Kitaverband fordert indes weitere Corona-Schutzmaßnahmen, damit die Betreuung der Kinder auch im Herbst und Winter in den Einrichtungen erfolgen kann. Die Corona-Pandemie werde auch mit einem Voranschreiten der Impfquoten nicht verschwinden, sagte die Vorsitzende Waltraud Weegmann. „Mutationen und regionale Ausbrüche werden den Alltag zukünftig immer wieder prägen.“

Umso wichtiger sei es für Kitas, Tagespflegestellen und Horte, jetzt Konzepte für einen neuen Normalbetrieb zu entwickeln, betonte sie. Wichtig seien dabei weiterhin Hygiene-Maßnahmen für den Infektionsschutz, freiwillige Tests für das Fachpersonal und die Kinder, ab höheren Inzidenzen auch verpflichtende Tests sowie endlich die Förderung für Luftfiltergeräte in Kitas.

„Auffrischimpfungen notwendig“

Es lägen bislang immer noch keine eindeutigen Studienergebnisse zur Infektiosität von Kita-Kindern und den Verbreitungswegen der Infektion in Einrichtungen der frühkindlichen Bildung vor, sagte Weegmann. Diese Erkenntnisse seien jedoch dafür entscheidend, dass Konzepte zielgenau und pandemiegerecht angepasst, gestaltet und die Einrichtungen langfristig offengehalten werden können.

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Möglicherweise seien auch zügige Auffrischimpfungen für Kita-Fachkräfte notwendig, so Weegmann. „Mit all diesen Maßnahmen können die Kitas nach aktuellem Stand auch im Herbst und Winter weiter offengehalten werden.“ Die Gewerkschaft GEW machte sich deutlich für eine dritte Corona-Impfung im Herbst für das Kita-Personal in Hessen stark. Bei Kita-Kindern sei es kaum möglich, Abstand zu halten, sagte die Vorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Birgit Koch. Außerdem sei es dringend nötig, ausreichend Luftreinigungsgeräte für die Einrichtungen in Hessen anzuschaffen. Auch sollte geprüft werden, ob zusätzliche Räume für die Betreuung der kleinen Kinder angemietet werden können.

In den hessischen Kitas ist seit wenigen Tagen der Regelbetrieb mit Hygienemaßnahmen wieder möglich. Die Gruppen können damit wieder gemischt werden. Für die Einführung dieser Regelungen gilt nach der Verordnung der Landesregierung eine Übergangsfrist bis zum 5. Juli. Die Maskenpflicht für die Kita-Fachkräfte entfällt. lhe

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