Pandemie - Südwesten ist weiter Schlusslicht beim Immunisieren Scharfer Streit um Impftempo

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Stuttgart. Ungerecht und zu langsam sei die Impfstrategie von Baden-Württembergs Sozialminister Manfred Lucha (Grüne), kritisiert die SPD-Opposition. SPD-Sozialexperte Rainer Hinderer rechnet vor, dass nach einem Vergleich der gelieferten und der verbrauchten Einheiten noch 50 000 Impfdosen da sein müssten. Damit könnte man fast die Hälfte der Bevölkerung seiner Heimatstadt Heilbronn impfen oder die Beschäftigten auf allen Intensivstationen im Land. „Dass Minister das als unwesentlich abtut, ist unverantwortlich“, kritisiert Hinderer.

Sozialminister Manne Lucha gerät wegen des Impftempos in Kritik. © dpa
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Baden-Württemberg hat nach der offiziellen Statistik bis Mittwoch 135 300 Personen einmal und 11 600 zweimal geimpft. Mit einer Quote von 1,2 liegt man im Ländervergleich auf dem letzten Platz.

Den Zeitverzug erklärt ein Sprecher des Sozialministeriums mit der Bevorratung des Impfstoffs. Der werde so eingeteilt, dass für jeden Geimpften die zweite Dosis zurückgelegt werde. Außerdem seien die Impfzentren angewiesen, bis zur nächsten Lieferung alle Vorräte zu verimpfen. Bayern dagegen habe 70 Prozent seiner Lieferung für die Erstimpfung eingesetzt und müsse derzeit bereits zugesagte Impftermine wieder absagen, weil Biontech/Pfizer in der nächsten Woche 42 Prozent weniger liefert als fest zugesagt. Im Südwesten könne man die Lücke über die vorhandenen Reserven schließen.

Grünen-Regierungschef Winfried Kretschmann mahnte Zurückhaltung an. Die Kritik sollte „nicht die ohnehin vorhandene Skepsis verstärken“. pre