Prozess - Anklage legt Revision nach Freispruch ein Rentner erstochen?

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lhe
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Frankfurt. Nach einem Freispruch in einem Prozess um einen erstochenen Rentner vor dem Frankfurter Landgericht geht die Staatsanwaltschaft in Revision beim Bundesgerichtshof. Das kündigte die Anklagebehörde am Freitag in Frankfurt an. Die Entscheidung des Gerichts stimme nicht mit den Erkenntnissen aus der mehrtägigen Beweisaufnahme überein, sagte der Anklagevertreter. Die Schwurgerichtskammer war zu dem Ergebnis gekommen, dass dem 66 Jahre alten und wegen Totschlags angeklagten Wohnungsnachbarn die Täterschaft nicht nachzuweisen gewesen sei. Es gebe „letzte Zweifel“ daran, sagte der Vorsitzende Richter.

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Der Angeklagte hatte der Anklage zufolge im Juli 2019 einen Notruf bei der Polizei abgesetzt, mit dem er ankündigte, den Nachbarn wegen ruhestörenden Lärms „abstechen“ zu wollen. Als die Polizei in der Wohnung des 70-Jährigen in Frankfurt-Bornheim eintraf, stießen sie auf dessen Leiche. In dem Prozess hatte der Angeklagte bestritten, den Nachbarn getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft, die den Angeklagten für überführt hielt, beantragte eine Haftstrafe von neun Jahren. lhe