Umwelt

Lebensraum für Falter und Käfer

Thekla Walker will mehr Biotope im Land schaffen

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lsw
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Karlsruhe. Schmetterlinge und Co. sollen im Südwesten wieder mehr Lebensraum erhalten. Auf etwa 15 Prozent der Landesfläche sollen sich nach Vorstellung von Umweltministerin Thekla Walker (Grüne) Biotope aneinanderreihen. „Der Biotop-Verbund ist wichtig für seltene Schmetterlinge“, sagte sie am Freitag bei der Vorstellung des Insektenmonitorings der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (LUBW) in Karlsruhe.

Ein Blutströpfchen sitzt im Sommer auf einer Blüte. © Franz-Peter Tschauner / dpa

Seit 2018 wurden in 6100 Proben 342 000 Insekten an 201 Standorten erfasst, darunter Acker- und Grünflächen sowie Naturschutzgebiete. Diese Untersuchungen zeigen Walker zufolge die Bedeutung von Biotopen und einer vernetzten Landschaft. So wirkten sich weniger Pestizide in der Landwirtschaft auf den Flächen positiv aus, so die Ministerin. Bei ökologischer Bewirtschaftung konnten sich Insekten wie Laufkäfer besser entwickeln.

Guter Indikator für Lebensräume

Für LUBW-Präsident Ulrich Maurer ist die Gruppe der Tagfalter und Widderchen ein guter Indikator für hochwertige Lebensräume. „Unsere Untersuchungen zeigen: Bereits ein Anteil von 10 bis 20 Prozent gesetzlich geschützter Biotope in der normalen Kulturlandschaft des Offenlandes erhält unsere typischen tagaktiven Schmetterlinge.“

Vor sieben Jahren machte die „Krefeldstudie“ auf einen Rückgang der Insektenbiomasse von bis zu 75 Prozent aufmerksam. Die LUBW geht auch im Land von einem Rückgang der Insektenvielfalt aus. Während das Große Ochsenauge und der Schachbrettfalter noch relativ weit verbreitet seien, würden Falter wie Berghexe oder Widderchen seltener gesichtet.

Insekten übernehmen in den Ökosystemen Schlüsselaufgaben. Sie bestäuben, bereiten abgestorbenes Material auf, erhalten fruchtbaren Boden und sind als Nahrung Lebensgrundlage für andere Tiere. 

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