Parteitag: CDU wählt am Samstag Kandidaten der Bundestags- und Europaliste Koch erwartet Einigkeit

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Wiesbaden/Marburg. Die hessische CDU kommt am Samstag in Marburg zum ersten Parteitag nach der Landtagswahl zusammen. Im Mittelpunkt des Treffens stehen die Listen für die Wahlen zum Europaparlament und zum Bundestag. Spitzenkandidat für den Bundestag soll Verteidigungsminister Franz Josef Jung werden, gefolgt vom früheren Bundesforschungsminister Heinz Riesenhuber und der Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach. Die Europaliste soll der derzeitige Landtagsabgeordnete Clemens Reif anführen. Mehrere Kampfkandidaturen sind angekündigt. Die hessische CDU stellt derzeit 15 Bundestags- und drei Europaabgeordnete.

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Trotz Signalen der Unruhe in der Partei rechnet der Landesvorsitzende und Ministerpräsident Roland Koch beim Parteitag mit großer Geschlossenheit. Es habe nach der Landtagswahl bei manchen CDU-Mitgliedern "Enttäuschungen oder gar Frustrationen" gegeben, räumte er im Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ein. Als Grund nannte er die Zugeständnisse an den Koalitionspartner FDP.

Spannung sei normal

Die Partei habe "18 extrem anstrengende Monate" hinter sich. "Dass Spannungen nach außen dringen, ist normal." Die Kampfkandidaturen um Listenplätze seien aber kein Zeichen für Risse in der Union. "Alle, die darauf hoffen, dass die Geschlossenheit der hessischen CDU infrage steht, werden sich erneut irren", sagte Koch. "Wir nehmen uns da kein Beispiel an der sozialdemokratischen Konkurrenz." Kritik an seiner eigenen Person erwarte er nicht. Mit den vier Stimmen aus den eigenen Reihen, die ihm bei der Wahl zum Ministerpräsidenten fehlten, beschäftige er sich nicht, sagte Koch.

Zum Auftakt des Parteitags in Marburg wird Koch zu den Delegierten sprechen. Anschließend steht die Wahl des neuen Generalsekretärs auf der Tagesordnung. Koch hat dafür den Landtagsabgeordneten Peter Beuth (41) aus Taunusstein nominiert. Sein Vorgänger Michael Boddenberg ist seit 5. Februar hessischer Minister für Bundesangelegenheiten.