Bildung - Ab kommendem Montag beginnt für Erst- bis Sechstklässler wieder der Schulalltag – im Wechselunterricht / Die GEW sieht noch Handlungsbedarf Kinder kehren in die Schule zurück

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Oliver Pietschmann, Isabell Scheuplein
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Präsenzunterricht im Wechsel: Ab Montag beginnt in Hessen für die ersten bis sechsten Klassen die Schule wieder. © dpa

Frankfurt/Wiesbaden. Viele kleine Kinder freuen sich bereits auf den kommenden Montag. Endlich wieder Freundinnen und Freunde sehen, gemeinsam lernen, wenn auch nicht alle und nicht jeden Tag. Rund die Hälfte der Schüler der Klassen 1 bis 6 kann in Hessen den Schulranzen packen und zurück ins Klassenzimmer. Was die Kleinen freut, stellt Schulen und Lehrer vor große Herausforderungen. „Es sind viele Aufgaben dazugekommen“, sagt die Schulleiterin der Valentin-Senger-Schule in Frankfurt, Martina Braun. Dabei haben Schulen in einem Jahr Corona-Pandemie schon Erfahrungen gesammelt.

Bedarf an Notbetreuung unklar

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„Bei den Hygienemaßnahmen mussten wir nichts mehr machen“, sagt Braun. Die Abläufe stehen. Das ganze Organisatorische, Stundenpläne, Rückfragen von Eltern müssen bewältigt werden, und auch wenige Tage vor dem Start des Wechselunterrichts ist längst nicht alles in trockenen Tüchern. Am Präsenzun-terricht mit fünf Schulstunden und einem möglichen anschließenden Verbleib an der Ganztagsschule sollen ab Montag wieder rund 125 Kinder in den vier Jahrgangsstufen teilnehmen. Unklar ist noch, wie viele Eltern zusätzlich eine Notbetreuung brauchen.

Mitte Dezember war mit dem Herunterfahren des gesamten öffentlichen Lebens auch der Schul-Lockdown beschlossen worden. Anfang Januar war die Präsenzpflicht für die Schüler der Klassen 1 bis 6 ausgesetzt worden. Sie konnten aber in die Schule gehen, wenn Eltern arbeiten gehen müssen und sich nicht zu Hause um sie kümmern können. Für Schüler ab Klasse 7 wurde mit Ausnahme von Abschlussklassen Distanzunterricht angeboten. Hierbei bleibt es auch ab Montag.

Und so soll zum kommenden Wochenstart der Schulbesuch geregelt werden: Alle Klassen werden in zwei Gruppen eingeteilt. Statt wochenweise, wird tageweise gewechselt. Eine Gruppe montags, mittwochs und freitags, die andere dienstags und donnerstags. Die Woche darauf wird gewechselt – also immer einen Tag Klassen- und einen Tag Kinderzimmer. „Wir müssen die Kinder regelmäßig sehen“, sagt die Rektorin. An den Tagen in der Schule würden dann die Aufgaben für den Distanzunterricht besprochen.

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Der Plan der Schule: Die Kinder bleiben immer in festen Gruppen. Anfangs-, Pausen- und Essenszeiten werden gestaffelt. Es soll möglichst keine Kontakte mit anderen geben. „Die Infektionsketten müssen ganz schnell nachvollziehbar sein“, sagt Braun. Ansonsten gilt wie immer, Hände waschen und desinfizieren, lüften, Abstand halten und, bis auf kurze Ausnahmen oder beim möglichst im Freien stattfindenden Sportunterricht, Masken tragen.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ist bei der Schutzausrüstung indes skeptisch. Es fehlten Filter- und Lüftungsanlagen, sagt Roman George, Referent für Bildungspolitik bei der GEW Hessen. Einige Schulträger verweigerten dies grundsätzlich. Dass nun die Klassen 1 bis 6 in einem Wechselmodell Präsenz- und Fernunterricht erhielten, sei zu begrüßen, hätte aber schon viel früher umgesetzt werden sollen. Es fehlten dazu auch weiterhin Personal und klare Regelungen für die Notbetreuung.

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Das Land Hessen habe, da es seit Dezember bis zur Klasse 6 lediglich die Präsenzpflicht ausgesetzt habe, den Eltern die Entscheidung überlassen, ob ihre Kinder die Schule besuchen. Viele Grundschulklassen seien deshalb in den vergangenen Wochen trotz Corona-Lockdowns mehr als halb voll gewesen. Im ersten Lockdown sei die Gruppe der berechtigten Eltern dagegen klar eingegrenzt worden. „Das würde helfen, Kontakte zu reduzieren“, sagte George. 20 bis 30 Prozent der Schüler hätten nach Schätzungen inzwischen große Lücken, für sie sei es besonders wichtig, in den Präsenzunterricht zurückzukehren.

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In den vergangenen Wochen kamen zu der Notbetreuung nach Angaben des Kultusministeriums knapp 22 Prozent der Kinder in den Klassen 1 bis 6 in die Schulen. Das entspreche 79 000 Schülern. Nur mit Blick auf die Grundschulen seien es 28 Prozent, also rund 64 000 Schüler gewesen. Wie viele ab Montag in den Schulen sein werden, sei noch unklar. „Da sind wir auch gespannt“, sagt ein Ministeriumssprecher. Dies sei die größte Herausforderung. Wie der Wechselunterricht konkret umgesetzt wird, steht laut dem Kultusministerium den Schulen frei. lhe