Hoffnung nach dem Chaos

Von 
Ulrike Bäuerlein
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Da beißt die Maus keinen Faden ab: Es waren chaotische erste Wochen rund um das gesamte Impfgeschehen – ohne Not. Freilich waren die Erwartungen der Bürger im Südwesten enorm, als Ende Dezember die ersten Impfungen vermeldet wurden. Dass weit weniger Vakzin geliefert wurde als zunächst zugesagt, ist nicht den Landespolitikern anzulasten. Aber in Sachen Koordination und Kommunikation hat sich der baden-württembergische Gesundheitsminister Manfred Lucha nicht mit Ruhm bekleckert. Denn Verunsicherung, Ärger und der Frust wuchsen mit jedem Tag mehr, an dem weder online Impftermine zu buchen noch über die Hotline zu erhalten waren. Der Infobrief des Ministeriums über die Abläufe und Hintergründe flatterte zu spät in die Briefkästen.

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Aber selbst dieser ist nun, gerade mal eine Woche später, schon wieder überholt. Denn vom Montag an soll es endlich eine Warteliste für Impftermine mit Rückbenachrichtigung geben. Das ist überfällig. Aber es gibt auch Positives zu vermerken. So war die Strategie richtig, trotz Kritik an der niedrigen Impfquote die zweiten Dosen konsequent zurückzuhalten. In Baden-Württemberg ist im Gegensatz zu anderen Bundesländern niemand mit vereinbarten Terminen leer ausgegangen. Weiteres Chaos wurde so verhindert. Und richtig gut läuft es dank kommunaler Organisation in den Impfzentren vor Ort. Hier wurden die Hausaufgaben gemacht – die Rückmeldungen über die Abläufe sind durchweg positiv. Alles steht bereit. Wird jetzt auch Impfstoff geliefert, gibt es für viele Menschen endlich einmal wieder Anlass zur Hoffnung. Zeit wird es.