Soziales - Vor einem Jahr startete die Awo den Neubeginn „Herkulesaufgabe“ nach dem Skandal

Von 
Eva Krafczyk
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Frankfurt. Das gerade frischgewählte Präsidium der Frankfurter Arbeiterwohlfahrt (Awo) wollte keine Zeit verlieren und kündigte noch am Tag der Kreiskonferenz vor einem Jahr einen klaren Schnitt an: „Die bisherigen Verantwortlichen werden diesen Neuanfang nicht mehr mitgestalten“, sagte Petra Rossbrey, Vorsitzende des neuen Präsidiums. Nach Monaten voller Negativ-Schlagzeilen über überhöhte Gehälter und Luxusdienstwagen für Führungskräfte, nach staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen und Enttäuschung bei Partnern und Ehrenamtlichen sah sie sich und ihre Mitstreiter vor einer „Herkulesaufgabe“.

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Schon am nächsten Arbeitstag gab es Hausverbote für ehemalige Führungsmitglieder, gegen die die Frankfurter Staatsanwaltschaft seit Monaten wegen Verdachts auf Betrug und Untreue ermittelte. Die beiden noch im Amt befindlichen Vorstände wurden abberufen, innerhalb kurzer Zeit wurde zunächst ein Interimsvorstand berufen, der nur drei Monate im Amt sein sollte. Wegen der Corona-Pandemie dauerte es dann ein wenig länger. Im August wurden die beiden neuen hauptamtlichen Vorstände Steffen Krollmann und Axel Dornis vorgestellt – Krollmann hatte bereits als Interimsvorstand die Aufarbeitung des Awo-Skandals und den Neubeginn des traditionsreichen Wohlfahrtsverbandes vorangetrieben.

„Die klassischen betriebswirtschaftlichen Führungsinstrumente gab es damals nicht“, sagte Krollmann zu der Situation, die er damals vorgefunden habe. „Liquiditätsplan? Fehlanzeige!“ Ansatz des neuen Awo-Vorstands sei gewesen, Kosten drastisch zu reduzieren und die Erträge zu steigern. „Wir sind von 28 Dienstwagen runter auf neun, das allein bringt uns schon sechsstellige Ersparnis.“ Im Bereich der Verwaltung seien nicht-refinanzierte Stellen abgebaut worden. Das Jahr 2020 werde man mit einem vernünftigen sechsstelligen positivem Betrag abschließen, 2019 verbuchte die Awo einen negativen siebenstelligen Betrag, so Krollmann. lhe