Landtagswahl - Umfrage sieht großen Abstand der Kretschmann-Partei zum Koalitionspartner / Susanne Eisenmann zieht als Herausforderin nicht Grüne mit klarem Vorsprung vor der CDU

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Michael Schwarz
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Räumlich eng beinander sind die Grünen und die CDU in Singen am Hohentwiel. Doch bei der Landtagswahl treten die Koalitionspartner gegeneinander an. © dpa

Stuttgart. Es sind noch etwas mehr als fünf Wochen bis zur Landtagswahl am 14. März. Die Grünen liegen mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann weiter deutlich vor der CDU mit ihrer Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann. Dies kam bei der Umfrage von Infratest dimap im Auftrag vom SWR und der „Stuttgarter Zeitung“ heraus. Wäre an diesem Sonntag schon Landtagswahl, würden die Grünen auf 34 Prozent kommen. Das ist zwar ein Prozentpunkt weniger als im Dezember. Trotzdem hat sich der Vorsprung auf die CDU erhöht, bei der jetzt 27 Prozent der Befragten ihr Kreuz machen würden. Zum Vergleich: Im Dezember kam die CDU noch auf 30 Prozent.

SPD und FDP wollen mitregieren

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Auch bei der Frage, wen die Menschen im Südwesten in der nächsten Legislaturperiode als Ministerpräsident sehen möchten, verfestigt sich ein Trend: Zwar verliert der Regierungschef Kretschmann ein Prozentpunkt – trotzdem würden sich bei einer Direktwahl noch immer 65 Prozent der Befragten für ihn aussprechen. Seine Herausforderin Eisenmann kann um drei Prozentpunkte zulegen, läge aber bei einer Direktwahl mit 16 Prozent weit hinter dem Grünen-Politiker. Kretschmann hat damit einen größeren Vorsprung auf seine Herausforderin, als dies vor fünf Jahren der Fall war, als er gegenüber seinem damaligen Kontrahenten Guido Wolf (CDU) mit 63 zu 21 in Front lag.

Interessant ist zudem: In der aktuellen Umfrage sprechen sich selbst 18 Prozent der CDU-Anhänger dafür aus, dass die nächste Regierung wieder von den Grünen angeführt werden soll. Bei den kleineren Parteien deutet sich derweil ein Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz drei an. Die SPD legt um einen Punkt zu und kommt auf elf Prozent, es folgen die AfD mit zehn und die FDP mit neun Prozent.

Auf der Basis dieser Umfrage könnten Grüne und CDU mit einer satten Mehrheit weiter regieren. Möglich wäre auch eine Ampelkoalition mit Grüne, SPD und FDP, die zusammen auf 54 Prozent käme – oder auch eine sogenannte Deutschlandkoalition aus CDU, SPD und FDP mit 47 Prozent. Sogar eine Wiederauflage eines Bündnisses aus Grünen und SPD, die von 2011 bis 2016 miteinander koalierten, scheint auch wieder zu einer Option zu werden: die beiden Parteien kämen zusammen auf 45 Prozent – und wären nur knapp hinter den anderen drei im Parlament vertretenen Parteien, die 46 Prozent haben.

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Das inhaltlich wichtigste Thema ist die Bewältigung der Corona-Krise. Hier hat die Landesregierung an Zuspruch verloren. Nicht einmal mehr die Hälfte (45 Prozent) der Befragten gibt an, zufrieden mit dem Corona-Management des Landes zu sein. Im ersten Lockdown im April lag der Wert noch bei 73 Prozent – im vergangenen Dezember waren es 62 Prozent. Als Konsequenz geht auch der Zustimmungswert für die Regierungsarbeit um sechs Prozentpunkte auf 61 Prozent zurück.

In den Parteien wird die Umfrage unterschiedlich bewertet. Die Grünen sehen sich bestätigt. „Wir freuen uns über den starken Rückhalt und die große Zustimmung für uns Grüne in Baden-Württemberg. Winfried Kretschmann führt Baden-Württemberg mit dem Blick für das Ganze durch die Corona-Krise“, erklären die beiden Landesvorsitzenden Sandra Detzer und Oliver Hildenbrand.

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Manuel Hagel, Generalsekretär der Südwest-CDU,sagt, in einer Phase, in der die Pandemie bewältigt werden müsse, seien Umfragen nebensächlich. SPD und FDP sehen sich wegen ihres Aufwärtstrends bestätigt und machten beide ihren Anspruch auf eine Regierungsbeteiligung deutlich.

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