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Verkehr - Debatte über Straßenlärm schwelt seit Jahren

Grüne fordern mehr Lärmschutz

Von 
Sebastian Xanke
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Stuttgart. An Baden-Württembergs Bundesautobahnen und -straßen wird nach Ansicht der Grünen im Bundestag zu wenig für den Lärmschutz getan. Wie aus einer Anfrage der Grünen-Bundestagsabgeordneten Franziska Brantner an das Bundesverkehrsministerium (BMVI) hervorgeht, sind von 2015 bis 2019 lediglich rund 6,2 Kilometer der entsprechenden Straßen im Südwesten lärmsaniert worden. Der Ausbau gehe damit zu langsam voran, so Brantner.

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Die aktuelle Lärmkarte der baden-württembergischen Landesanstalt für Umwelt von 2017 (eine neuere gibt es nicht) zeigt, wie laut der Verkehr an verschiedenen Straßen im Land ist, und gilt laut BMVI als Basis für den Ausbau von Lärmschutzmaßnahmen. Demnach sind Fernstraßen in der Nähe von Wohngebäuden vielerorts entweder gar nicht oder unzureichend mit Maßnahmen zum Lärmschutz versehen.

Entscheidend ist der Auslösewert

Nicht zuletzt liegt das daran, dass Lärmsanierungen an bestehenden Fernstraßen nur dann möglich sind, wenn der sogenannte Auslösewert erreicht ist. Dieser wurde zuletzt seit August 2020 bundesweit gesenkt –und liegt nun bei tagsüber 64 Dezibel beziehungsweise nachts 54 Dezibel in Wohngebieten. An vielen Stellen im Land könne damit „erstmalig oder ergänzend Lärmschutz“ gebaut werden, teilt das Bundesverkehrsministerium in seiner Antwort an Brantner mit.

Lärmschutzexperten sind diese Werte jedoch weiterhin zu hoch. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt etwa, die durchschnittliche Lärmbelastung durch Straßenverkehr tagsüber auf weniger als 53 Dezibel und nachts auf weniger als 45 Dezibel zu verringern. Andernfalls könnten die hohen Lautstärken zu „schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen“ führen.

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Die Grünen-Fraktion im Bundestag will die derzeit geltenden Lärmwerte um weitere fünf Dezibel senken und somit an noch mehr Straßen Lärmsanierungen ermöglichen. Für die kommenden Jahre fordern die Abgeordneten außerdem mehr Geld für den Bereich – „mindestens doppelt so viel“ wie bisher seitens des Bundesverkehrsministeriums geplant, heißt es auf Nachfrage. „Dabei brauchen wir nicht nur mehr Lärmschutzwände, sondern Maßnahmen der Verkehrslenkung und -beschränkung sowie ein Sicherheitstempo von 130.“ Läuft eine Bundesstraße durch ein Dorf, sind Lärmsanierungen nämlich kaum möglich.

Die Debatte über gesundheitsgefährdenden Straßenlärm schwelt im Land bereits seit Jahren. Zuletzt teilte das baden-württembergische Verkehrsministerium mit, dass fast eine Viertelmillion Menschen im Südwesten nachts durch Straßenverkehr von so starkem Lärm betroffen ist, dass ihre Gesundheit gefährdet ist.

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