Statistisches Landesamt: Baugenehmigungen für Wohnungen auf historischem Tiefstand Fabrikgebäude statt Wohnraum gefragt

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Wiesbaden. Die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist im vergangenen Jahr in Hessen auf einen historischen Tiefstand gesunken. Wie das Statistische Landesamt in Wiesbaden gestern mitteilte, erteilte die Behörde Genehmigungen für den Bau von 12 126 Wohnungen. Das war die niedrigste Zahl seit Einführung dieser Statistik im Jahr 1950. Die Vorjahreszahl wurde um 16 Prozent unterschritten. Die meisten Baugenehmigungen für Wohnungen gab es 1972. Die Behörden erteilten damals 77 010 Genehmigungen.

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Bei den Baugenehmigungen für Wohngebäude gab es mit 4853 (2007: 5580) ebenfalls den niedrigsten Wert seit 1950. Der Rückgang traf Wohngebäude aller Größenordnungen. 1972 hatte es mit 26 735 die höchste Zahl gegeben.

Bei den Genehmigungen für Einfamilienhäuser meldeten die Statistiker für das vergangene Jahr einen vergleichsweise geringen Rückgang von 11,5 Prozent. Bei den Baugenehmigungen für Zweifamilienhäuser und für Häuser mit drei und mehr Wohnungen gab es ein Minus von jeweils gut 18 Prozent. Die insgesamt für Wohnzwecke genehmigte Fläche verringerte sich um 13 Prozent auf gut 1,3 Millionen Quadratmeter. Die veranschlagten Baukosten für die Wohnungen sanken weniger stark, und zwar um 8,5 Prozent auf knapp 1,9 Milliarden Euro.

Im Nichtwohnbau meldeten die Statistiker für 2008 dagegen kräftige Zuwächse. Rund drei Millionen Quadratmeter Nutzfläche wurden für knapp 3,7 Milliarden Euro genehmigt. Das war bei der Fläche ein Plus von 13 und bei den Kosten von 23 Prozent. Ein ähnlich hohes Genehmigungsvolumen wurde zuletzt 1994 erreicht. Besonders stark schlugen sich in den Genehmigungen die Bauabsichten für Großprojekte in den Bereichen "Betriebs- und Verwaltungsgebäude" (plus 88 Prozent) und "Fabrik- und Werkstattgebäuden" (plus 60 Prozent) nieder. lhe