Proteste - Auch Verfahren gegen zwei Beamte Ermittler suchen nach Aktivisten

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lhe
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Gießen/Frankfurt. Die Proteste von Umwelt- und Klimaaktivisten gegen den Weiterbau der Autobahn 49 in Mittelhessen beschäftigen die Staatsanwaltschaften. Die Ermittler suchen noch immer nach einem Mann, der ein Holzgestell zum Einsturz gebracht haben soll, das beinahe Polizisten getroffen hätte. Die Fahndung laufe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Gießen. Diese ermittelt unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Totschlags. Auch gegen zwei Beamte dauern die Untersuchungen an.

Räumung der Baumhäuser im November 2020 im hessischen Dannenrod. © dpa

Seil durchtrennt

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Weiterhin in Untersuchungshaft sitzt eine Aktivistin, der gefährliche Körperverletzung, Widerstand sowie tätlicher Angriff gegen Vollstreckungsbeamte vorgeworfen wird. Die Frau, die keine Angaben zu ihrer Identität macht, soll bei der Räumung eines Plateaus in etwa 15 Metern Höhe Polizisten getreten und geschlagen haben. Eine weitere Person sitzt in U-Haft unter anderem wegen Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung – wegen mutmaßlicher Steinwürfe auf Polizisten. Auch in diesem Fall habe die Identität bisher nicht festgestellt werden können.

Nicht abgeschlossen ist das Verfahren gegen einen Polizisten wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung im Amt. Bei dem Vorfall war eine Aktivistin von einem Gestell gestürzt und schwer verletzt worden. Der Beamte soll zuvor ein Seil durchtrennt haben, das mit dem Bauwerk verbunden war. Die Verbindung soll für ihn nicht erkennbar gewesen sein. Ermittelt wird zudem wegen eines weiteren Absturzes, der möglicherweise von einer Beamtin verursacht wurde. lhe