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Statistik - Standesämter melden auch bei Hochzeiten Anstieg

„Babyboom“ in hessischen Städten

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lhe
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Frankfurt. Standesämter in Hessen haben im vergangenen Jahr mehr Geburten beurkundet und berichten teils von Rekordzahlen. Die Stadt Kassel sprach von einem „Babyboom“ in der Region. Die Standesbeamten hätten 2021 4677 Geburtsurkunden ausgestellt, so viele wie seit 1971 nicht mehr. 2020 wurden demnach 4550 Kinder in Kassel geboren. Hessens größte Stadt Frankfurt registrierte mit 13 373 Beurkundungen ebenfalls einen Rekord. 2020 kamen in der Mainmetropole rund 12 900 Kinder zur Welt.

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Bei den Trauungen zeigte sich zumindest in einigen Kommunen ein Aufwärtstrend, wie eine Umfrage der Deutschen Presser-Agentur ergab. 2021 heirateten in Frankfurt 2768 Verliebte und damit etwas mehr als im ersten Pandemie-Jahr mit 2700. Vor der Corona-Krise hatte es der Stadt zufolge aber deutlich mehr Trauungen gegeben: 2019 sagten 3068 Paare „Ja“.

„So viele Geburten wie seit Langem nicht mehr“ – diese Bilanz für 2021 zog das Darmstädter Standesamt. Die Kommune berichtete von 4745 neuen Erdenbürgern nach 4215 im Jahr zuvor. Das Jawort gaben sich 836 Paare und damit weniger als 2020 (940). Das mittelhessische Gießen registrierte insgesamt 3381 Geburten (2020: 3244). In den Jahren 2016 bis 2018 seien noch etwas mehr als 3000 Kinder pro Jahr zur Welt gekommen, berichtete eine Sprecherin. Danach seien die Zahlen – „trotz oder gerade wegen Corona“ – stetig gestiegen. Das Plus hängt demnach auch mit der Schließung von Geburtskliniken im Umland zusammen. Die Zahl der Eheschließungen stieg von 398 im ersten Corona-Jahr 2020 auf 422.

Hessens Landeshauptstadt Wiesbaden meldete 4715 Geburten (2020: 4553) sowie 1327 Trauungen (2020: 1365). Beide Zahlen bewegten sich „im Rahmen der üblichen Schwankungen“, teilte eine Sprecherin mit. Fulda stellte im vergangenen Jahr 2756 Geburtsurkunden aus (2020: 2602). Das Standesamt schloss 365 Ehen und damit weniger als 2020 mit 410 Trauungen. Ein Stadtsprecher berichtete, dass mehrere Hochzeiten ins neue Jahr verschoben worden seien – offenbar, weil viele die erhoffte große Party wegen der Corona-Beschränkungen doch nicht hätten feiern können.

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Unschärfen möglich

Die Kommunen wiesen auf mögliche Unschärfen bei den Daten zu den Geburten hin: Die Summe der Geburtsurkunden müsse nicht mit der tatsächlichen Zahl der Neugeborenen übereinstimmen, hieß es. So könne es etwa sein, dass die Geburt eines Kindes am Jahresende 2020 erst im Januar 2021 angemeldet worden sei. Oder Geburten verlagern sich zu einer Stadt, wenn im Umland Kreißsäle schließen. Das Statistische Bundesamt hatte im Sommer für die Zeit von Januar bis Mai 2021 deutschlandweit ein leichtes Plus bei den Geburtenzahlen gemeldet. Mit rund 315 000 Babys sei die Zahl der neugeborenen Mädchen und Jungs im Vorjahresvergleich um 1,4 Prozent gestiegen. lhe

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