VGH - Abschiebungsverbot wegen Corona Afghane darf bleiben

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Mannheim. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg (VGH) hat ein Abschiebungsverbot auch für junge Afghanen erlassen, wenn diesen in ihrer Heimat die Verelendung droht. Die Mannheimer Richter gaben damit einer Klage eines Asylbewerbers in der Berufungsinstanz statt. Das Abschiebungsverbot gilt nur für Afghanen, die bei einer Rückkehr wirtschaftlich auf sich allein gestellt wären. In diesem Fall, so das Gericht, könne nicht davon ausgegangen werden, dass selbst ein junger, gesunder und arbeitsfähiger Mann eine Beschäftigung auf dem Tagelöhnermarkt finden würde, die ihm die Existenz sichern könne.

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Damit hält der 11. Senat nicht mehr an seiner bisherigen Rechtssprechung fest, wonach leistungsfähige und erwachsene Männer in der Regel nicht die Verelendung drohe. Die Richter stützen sich in ihrem Urteil auf das Gutachten einer Sachverständigen, die darlegte, dass die Wirtschaft in Afghanistan wegen der Corona-Pandemie am Boden liege. Die Richter ließen die Revision zum Bundesverwaltungsgericht nicht zu. was