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9-Euro-Ticket

9-Euro-Ticket: Hermann rät zu langsameren Zügen und Rad-Verzicht

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dpa/lsw
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Stuttgart. Vor dem zweiten Wochenende mit dem 9-Euro-Ticket rät Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) Reisenden dazu, auf besonders belasteten Strecken langsamere Züge zu nutzen und auf die Mitnahme von Fahrrädern zu verzichten. "Durch Toleranz und Rücksichtnahme können alle in den Bahnhöfen und in den Zügen dazu beitragen, das Reisen mit der Bahn angenehmer zu gestalten", sagte Hermann laut einer Mitteilung am Freitag.

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Das Verkehrsministerium wies darauf hin, dass die größte Nachfrage auf den schnellen IRE- und RE-Linien herrsche. Parallel verkehrende Regionalbahn-Verbindungen bräuchten meistens länger, böten aber mit großer Wahrscheinlichkeit wesentlich mehr freie Sitzplätze.

Für die weiter erwartete starke Nutzung des 9-Euro-Tickets im regionalen Bahnverkehr würden auf einzelnen Verbindungen mehr oder längere Züge sowie zusätzliches Personal an den Bahnsteigen eingesetzt. Auf der stark nachgefragten RE-2-Linie von Karlsruhe nach Konstanz sollen beispielsweise ab dem 25. Juni zwei zusätzliche Fahrten angeboten werden.

Von der Idee der Linken-Chefin Janine Wissler, die erste Klasse in überfüllten Zügen für alle Passagiere zu öffnen, hält der Landeschef des Verkehrsclubs VCD, Matthias Lieb, wenig. Wie Lieb der "Stuttgarter Zeitung" sagte, würden die Fahrgäste in der ersten Klasse ja nicht für neun Euro fahren. "Sie bezahlen den höheren Fahrpreis, damit sie mehr Platz und mehr Ruhe haben." Wenn gar niemand in der ersten Klasse sitze, könne das aber vielleicht einmal eine Notlösung sein.

Der private Bahnanbieter Go Ahead riet am Freitag davon ab, an Wochenenden und Feiertagen Fahrräder oder sperriges Gepäck im Zug mitzunehmen. Eine Sprecherin wies zudem darauf hin, dass in den Bussen des Schienenersatzverkehrs generell keine Fahrräder mitgenommen werden könnten.

Eine Sprecherin der Deutschen Bahn sagte, man könne die Fahrradmitnahme nicht immer garantieren. Auch das Verkehrsunternehmen SWEG rechnete damit, dass es zu bestimmten Zeiten aus Platzgründen nicht möglich sein werde, alle Fahrräder in den Zügen zu befördern. Das betreffe in erster Linie die touristisch relevanten Strecken im Schwarzwald, die Zollernalbbahnen und insbesondere die Strecke von Offenburg nach Straßburg.

Am vergangenen Pfingstwochenende hatte es im Südwesten einen großen Andrang auf die Regionalzüge gegeben, Fahrräder konnten teilweise nicht mitgenommen werden. Go Ahead berichtete, es sei im eigenen Liniennetz nicht überall gelungen, Fahrgäste mitzunehmen. Es war auch der erste Stresstest für das 9-Euro-Ticket, mit dem Fahrgäste den Nahverkehr einen Monat lang bundesweit nutzen können. Die Tickets werden für Juni, Juli und August verkauft. 

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