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Soziales - 652 Geflüchtete in Silly können mit den nötigsten Nahrungsmitteln versorgt werden / 3000 Stück Seife produziert

Spenden aus Viernheim retten Leben in Burkina Faso

Von 
Othmar Pietsch
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Matthias Baaß (v.l.), Norbert Schübeler, Manfred Weidner, Klaus Hofmann, Bernhard Finkbeiner und Gerrit Lohmann berichteten über die Spendenaktion. © Othmar Pietsch

Viernheim. Es ist noch nicht allzu lange her, dass der Afrikaverein Focus zusammen mit der Stadt Viernheim eine Nahrungsmittelaktion für die Partnerstadt Silly in Burkina Faso ins Leben gerufen hatte. Bürgermeister Matthias Baaß und der Stadtverordnetenvorsteher Norbert Schübeler unterstützten die Spendensammelaktion mit dem Namen „Viernheim hilft Silly“ als Schirmherren. Jetzt wurde mit 21 882 Euro ein beachtliches Zwischenergebnis vermeldet.

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„Dafür bedankt sich der Vorstand von Focus recht herzlich, gerade im Namen der betroffenen Menschen“ war auch der Vereinsvorsitzende Klaus Hofmann von der Anteilnahme der Viernheimer Bürger überwältigt.

Burkina Faso leidet seit Jahren an einer extremen Belastung durch 1,3 Millionen Binnenflüchtlinge, die von den dschihadistischen Terrorgruppen aus dem Norden und Osten des Landes vertrieben wurden. Über 1000 Flüchtlinge sind auch in Silly angekommen, zumeist Frauen, Kinder und ältere Menschen im Alter zwischen sechs Monaten und 75 Jahren. Die meisten sind wegen der schrecklichen Erlebnisse traumatisiert. Eine medizinische Untersuchung im vergangenen Jahr hat 46 unterernährte Kinder diagnostiziert. Focus hatte damals die Finanzierung von Aufbaunahrung übernommen.

Durch die Spenden aus Viernheim konnten 626 Geflüchtete mit 15 Tonnen Getreide, 150 Kanistern Öl und 150 großen Dosen Tomatenmark zur Linderung der größten Not versorgt werden. Verteilt wurden die Lebensmittel unter der Aufsicht der lokalen Verwaltung, der Dorfchefs, der Dorfentwicklungskomitees, der Polizeibehörde, der Vertreter der Religionsgemeinschaften und der Sprecher der Flüchtlinge.

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Die Menge ist knapp bemessen, da die Nahrungsmittel bis in den Herbst reichen müssen und inzwischen weitere 104 Geflüchtete in Silly angekommen sind. Im Herbst wollen sich die Einheimischen solidarisch zeigen und einen Teil der Ernte an die Menschen in den Flüchtlingslagern abgeben.

Im Berufsbildungszentrum (BBZ) von Silly konnten 17 geflüchtete Jugendliche aufgenommen werden. Dort wurden auch 3000 Stück Seife für die Geflüchteten produziert. Die Hälfte bleibt im Lager und wird in Silly verteilt, der Rest geht an die christliche Organisation Ocades, die landesweit Geflüchtete mit Lebensmitteln, Kleidung, Medikamenten und Hygieneartikeln versorgt. Im Jahr 2020 wurden so auch die Flüchtlinge in Silly ausgestattet.

Ungelöst bleiben die strukturellen Probleme. Momentan reichen die zur Verfügung stehenden Landflächen nicht aus, um den Flüchtlingen eine vollständige Eigenversorgung durch Ackerbau zu ermöglichen. Auch fehlen noch Nutztiere wie Hühner, Schafe und Ziegen zur Ergänzung des Nahrungsangebots. Der Schutz vor Malaria durch Moskitonetze ist auch nicht ausreichend gewährleistet. Die Unterkünfte sind in einem desolaten Zustand. Zeltbehausungen aus Plastikplanen und Notunterkünfte aus Lehm halten den starken Niederschlägen in der Regenzeit kaum Stand.

„Ich habe mich über die große Unterstützung der Viernheimer gefreut. Wichtig sind die Rückmeldungen aus Silly, die zeigen, wie das Geld eingesetzt wird“, war Matthias Baaß hochzufrieden mit der Aktion. Für Norbert Schübeler ist es wichtig, „dass solche Hilfen kontinuierlich erfolgen. Man hört ja, dass eine weitere Unterstützung nötig sein wird.“

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