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Ausstellung - Klasse der Friedrich-Fröbel-Schule besucht „Orange Over White“ von Daniel Sambo-Richter im Viernheimer Kunsthaus

Schüler trauen sich in die Welt der Kunst

Von 
Marion Gottlob
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Friedrich-Fröbel-Schüler besuchen die Ausstellung im Kunsthaus. © Bernhard Kreutzer

Viernheim. Ziemlich anspruchsvoll: Die Schülerinnen Juleen, Melissa und Aleksa haben sich in ihrer Freizeit getroffen, um für ihre sechste Klasse der Friedrich-Fröbel-Schule eine Einführung in die Ausstellung „Orange Over White“ im Kunsthaus Viernheim vorzubereiten. Gestern war es nun soweit: Die rund 20 Schülerinnen und Schüler schauten sich die Präsentation des Künstlers Daniel Sambo-Richter an. Zuerst besichtigte die Gruppe die Bilder, dann folgte die Besprechung – wie bei Erwachsenen. Vielleicht sogar eine Spur konzentrierter, denn das breite Spektrum des Künstlers von abstrakt bis naturalistisch hatte es den Schülern angetan.

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Die Ausstellung "Orange Over White" von Daniel Sambo-Richter ...

Die Ausstellung "Orange Over White" von Daniel Sambo-Richter ist bis 11. Juni im Kunsthaus Viern heim zu sehen. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag, 15 bis 18 Uhr, Samstag, 10 bis 13 Uhr.

Klassenlehrerin Beate Swoboda freute sich über das freiwillige Engagement der Schülerinnen und Schüler: „Das unterstützen wir. So zeigen wir unseren Schülern anschaulich, dass es noch eine Welt neben der Schule gibt.“ Zum Beispiel die Welt der Kunst.

Claus Bunte, stellvertretender Vorsitzender des Kunstvereins Viernheim, begleitete die Klasse: „Wir möchten junge Menschen an die Kunst heranführen und begeistern.“ Er ist überzeugt: „Irgendetwas bleibt immer hängen“. Auch Simay Yenilmez, Leiterin der Jugendförderung am Stadtteilbüro West, lobte die jahrelange Zusammenarbeit von Schule, Stadt und Kunstverein.

Wer die Präsentation betritt, darf sich von dem meterlangen, aus fünf Teilbildern zusammengesetzten Gemälde „Orange Over White“ mit seinen Gletschern in Blautönen überwältigen lassen. Aber wo findet man bitte die Farbe Orange? Die Schüler Melissa, Juleen und Aleksa wissen es: „In der rechten Ecke oben.“ Stimmt, außerdem sind Flecken in der Mitte und links zu sehen.

Das Werk von Sambo-Richter zeigt viele Gegensätze: Gletscher und Feuer, aber auch Schönheit und Zerstörung, zum Beispiel mit dem Bild des Ausbruchs eines Vulkans. Auf mehreren Bildern sieht man japanische Samurai-Krieger, deren Tradition untergegangen ist. Bunte erläuterte: „Als wir den Künstler ausgewählt haben, gab es noch keinen Ukraine-Krieg.“ So gewinnen die Bilder nun eine eigenartige, prophetische Macht – neben der Schönheit der Natur steht die Kraft der Zerstörung durch den Menschen.

Der Künstler hat sich ebenfalls mit dem Terror der nationalsozialistischen Diktatur während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland auseinandergesetzt. Aus einer Serie ist das Porträt der Sängerin Zarah Leander zu sehen – die Künstlerin unterstützte die Nazi-Diktatur. Auch dieser Beitrag gewinnt nun ungeahnte Aktualität.

Der Künstler Sambo-Richter, 1966 in Görlitz geboren, lebt und arbeitet vor allem in Berlin. In den Jahren 1982 bis 1985 erhielt er ein Förderstudium für Malerei und Grafik der Hochschule für Bildende Künste Dresden in Cottbus. Es folgten mehrere Stipendien, unter anderem in Berlin, in Cottbus und in den USA.

Zu Beginn der Führung hatten Juleen, Melissa und Aleksa ihren Mitschülern die Regeln erklärt: „Hier darf man nicht essen oder trinken, nicht rumrennen und nichts beschädigen, sonst muss man es bezahlen.“ Immerhin, jedes Bild ist mehrere Zehntausend Euro wert.

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