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„Schlag ins Gesicht“

Von 
Thomas Kolb
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Zum Artikel „Dachbegrünung im Ausschuss“ vom 14. März 2019

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Mit großer Verwunderung, wenn nicht zu sagen mit großer Bestürzung, habe ich den Artikel über ihre Entscheidung in der letzten Bau- und Umwelt-Ausschusssitzung wahrgenommen, den Dachbegrünungsanteil im Baugebiet Bannholzgraben deutlich zu minimieren.

Ich dachte, eine Kommune, die die Titel Brundtlandtstadt und Klimaschutzkommune trägt, zeichnet sich durch mehr Background-Wissen über die große Bedeutung der Dachbegrünung in Zeiten der Erderwärmung, der stetig fortschreitenden Versiegelung und, was besonders bedeutend ist, des alarmierenden Artensterbens, aus. Eine Dachbegrünung ist erste Wahl bei den Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenverbrauch durch Überbauung.

Somit sollte es außer Frage stehen, dass heutzutage alle Dachflächen bis 15-Grad-Neigung extensiv begrünt werden. Hierbei ist auch entscheidend, dass gleich ein Qualitätsstandard festgelegt wird, also nicht unter zehn Zentimeter Substratdicke und eine Begrünung, die nicht nur aus sukkulenten Pflanzen (Sedum) besteht, sondern durch eine arten- und blütenreiche Kräuterflora bereichert wird. Eine Dachbegrünung steht nicht im Widerspruch zu kostengünstigem Bauen.

Wer heute bauen will, dem muss doch klar sein, dass er den ökologischen Ausgleich für den Flächenverbrauch mitbezahlen muss. Eine Dachbegrünung bei einem Einfamilienhaus kostet nicht mehr als 3500 Euro, bei einem Reihenhaus entsprechend weniger. Das sollte selbstverständlicher Konsens als Ausgleichsbeitrag zum Klimaschutz für die Bebauung und den Flächenverbrauch sein. Die Grundeinstellung, für die einige Politiker der SPD, der UBV, aber auch die Vertreter der CDU stehen, ist ein Schlag ins Gesicht einer ganzen Bewegung von jungen Leuten, die jeden Freitag für Klimaschutz und eine lebenswerte Zukunft protestieren. Diese Stadtverordneten sind Vertreter dunkler Vergangenheit, die sich zu stark für den Erhalt des Gestern einsetzen. Wir brauchen zukünftig andere Charaktere, die in Zeiten der globalen Klimaeskalation Verantwortung übernehmen.

Und zum Schluss noch eine Anmerkung an die Redaktion. Durch solch unvorteilhafte Winteraufnahmen von einer Dachbegrünung, wie in dem von mir kommentierten Artikel, untermauern Sie in subtiler Weise diese Haltung. Deshalb füge ich Ihnen ein Sommerfoto der artenreichen Dachbegrünung der Kita Kapellenberg bei.

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Veröffentlicht
Von
Solveig Grewe
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