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Telekommunikation - Mit dem neuen Standard soll unter anderem die medizinische Notfallversorgung verbessert werden

Mobilfunk in Viernheim mit 5G unterwegs

Von 
Stephen Wolf
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Der Mobilfunkturm steht seit Mitte der 1990er in Viernheim. © Stephen Wolf

Zumindest aus Sicht der Telekom ist 3G in Viernheim mittlerweile Geschichte. Wie Michael Zieg sagt, hat das Unternehmen vor wenigen Tagen die entsprechende Technik am Mobilfunkturm in der Alfred-Nobel-Straße eingestellt. Bereits seit dem vergangenen Jahr funkt der Turm am nordöstlichen Rand der Stadt nicht nur mit 4G weiter, sondern bereits mit dem neuesten Mobilfunkstandard 5G. Zieg ist bei der Telekom für den Kontakt zu den Kommunen zuständig. Dabei kümmert er sich auch um die Planung und die Frage, wo solche Stationen aufgestellt werden können, wie er bei einem Ortstermin mit Landrat Christian Engelhardt (CDU) in Viernheim sagt.

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Im Kreis Bergstraße betreibt allein die Deutsche Telekom insgesamt 81 Mobilfunkstationen auf Türmen oder Hochhäusern. 50 dieser Anlagen sind mittlerweile mit der neuen 5G-Technik ausgestattet und können entsprechend senden. Außerdem dürften Stationen anderer Anbieter den 5G-Betrieb aufgenommen haben oder bald aufnehmen.

Klare Gesetzeslage

Die weiteren Stationen

Auf seiner Sommertour durch den Kreis Bergstraße hat Landrat Christian Engelhardt am Montag nicht nur am Mobilfunkanlage der Telekom in Viernheim halt gemacht. Unter anderem hat sich Engelhardt mit Viernheims Rathauschef Matthias Baaß (SPD) und einem Vertreter des Verbandes Region Rhein-Neckar getroffen und über den Ausbau des Radschnellwegs diskutiert. In den kommenden Jahren sollen ein Radweg entstehen, der Mannheim, Viernheim und Weinheim miteinander verbindet. Vor allem den Pendlern biete sich so eine Alternative zum Auto.

Außerdem hat sich der Landrat auch über den massiven Andrang von Besuchern im Naturschutzgebiet Glockenbuckel erkundigt. Vertreter von Hessenforst und Naturschützer haben ihre Einschätzung zu dem Andrang mitgeteilt. Vor allem seit der Corona-Pandemie sind so viele Menschen in dem Naturschutzgebiet unterwegs, dass die Pflanzen- und Tierwelt unter Druck gerät. Deshalb, so ein Vertreter von Hessenforst werde aktuell darüber diskutiert, womöglich Ranger einzusetzen. Problematisch sei, dass es beispielsweise auch Menschen gebe, die mit motorisierten Fahrzeugen in dem Gebiet unterwegs sind. wol

Das Kürzel 5G steht für die fünfte Mobilfunkgeneration. Die Übertragung ist etwa 100 Mal schneller als der aktuell noch immer weit verbreitete Standard 4G, auch LTE genannt. Michael Zieg hat sich in den vergangenen Jahren wiederholt skeptischen Frauen und Männern gestellt, zumeist in Bürgerversammlungen hessischer Gemeinden, wie er sagt. Manche Leute seien eben verunsichert. „Mitten in der Corona-Pandemie wurde das Gerücht verbreitet, das neue 5G-Netz könnte zur Pandemie beitragen“, sagt Zieg und schüttelt den Kopf. Damals wurden daraufhin sogar Mobilfunk-Anlagen zerstört. In Viernheim gab es zuletzt so gut wie keine Proteste oder laute Kritik an 5G. „Das könnte damit zu tun haben, dass wie hier einen bereits bestückten Mast aufgerüstet haben und die Akzeptanz daher relativ hoch ist“, vermutet Zieg.

So oder so, bevor eine neue Sendeanlage an den Start geht, werde die Strahlenbelastung ermittelt. Daraus resultiere auch der gesetzlich geregelte Abstand zur Wohnbebauung. Erst mit einer entsprechenden Standortbescheinigung dürften solche Anlagen in Betrieb genommen werden. Selbst während des Betriebs prüften Fachleute in einem bestimmten zeitlichen Rhythmus die Strahlenbelastung, sagt Zieg. Dennoch sei es gerade die Strahlenbelastung, die manchen Anwohnern Sorge bereite. Dabei gebe es aber hier Grenzwerte, die einzuhalten sind, wie der Telekom-Mann betont.

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„Es ist wichtig, dass solche Vorhaben transparent und seriös organisiert werden“, sagt Landrat Christian Engelhardt. Wenn politische und rechtliche Bedingungen erfüllt sind, müsse das Land auch dafür sorgen, dass der Ausbau vorankommt.

So hänge von einem schnelleren und stabileren mobilen Internet künftig nicht nur die Zukunft verschiedener Industriebereiche ab, sondern beispielsweise auch die medizinische Notfallversorgung, wie Christian Engelhardt sagt.

5G soll bei Diagnose helfen

Dafür biete Viernheim ein gutes Beispiel. Denn auch die Stadt ist beteiligt am Projekt „5G-RettungsNetz Rhein-Neckar“, das in naher Zukunft daran arbeiten soll, 5G für den Einsatz in der Rettungsmedizin zu nutzen. Mehr als ein Dutzend Kommunen aus der Region sowie das Universitätsklinikum Mannheim und mehrere Unternehmen wollen 5G einsetzen, um etwa nach Unfällen schneller handeln zu können. Vorgesehen ist, dass Einsatzkräfte über das 5G-Netz noch im Rettungswagen die Klinik in die Diagnose miteinbeziehen. Auf diese Weise lassen sich rasch medizinische Schlüsse für die Versorgung eines Notfallpatienten ziehen, hoffen die am „5G-RettungsNetz Rhein-Neckar“ beteiligten Akteure.

Da müssten Gesellschaft und Politik aufpassen, dass solche – womöglich lebensrettenden – Technologien nicht von einigen Skeptikern aus dem Rennen genommen werden, sagt der Landrat.

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Redaktion

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