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Auszeichnung

Lehrreiche Chemie-Projekte

Jugendliche der Alexander-von-Humboldt-Schule beschäftigen sich erfolgreich mit Decarbonisierung und giftiger Aminosäure im Berg-Ahorn

Von 
red
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Preise erhielten (v.l.) Paul Schupp, Cleo Kraut und Luca Biereth. © AvH

Viernheim. An der Alexander–von-Humboldt-Schule Viernheim fand zum Schuljahresende noch eine Preisverleihung in der Chemie-AG statt: Zwei Arbeitsgruppen hatten mit zwei Projekten am Schülerforum des VDI Frankfurt (Verein Deutscher Ingenieure) erfolgreich teilgenommen.

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Im Elektrochemie-Projekt „Mehr Decarbonisierung wagen? Lässt sich Eisenoxid elektrisch reduzieren?“ untersuchten Cleo Kraut (Klasse 12) und Mary Werner (Klasse 10) eine neuartige Technik der Eisenherstellung, mit der der Stahlkonzern Arcelor-Mittal versucht, seine Stahlproduktion zu decarbonisieren, also CO2-frei zu machen. Mit diesem Laborverfahren der elektrischen Herstellung von Roheisen (C-frei) aus Eisenoxid (Eisenerz) soll ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung des Kohlendioxid-Ausstoßes – und damit zur Bekämpfung des Klimawandels – geleistet werden.

Der Prozess ist bisher nicht über einen Laboransatz hinaus entwickelt worden. Die beiden Preisträgerinnen Cleo und Mary analysierten die Gründe für die Entwicklung dieses im Prinzip interessanten Versuchs: Sie sehen die Ursache darin, dass die Reaktion erstens sehr langsam abläuft – und dass deshalb gigantische Anlagengrößen erforderlich wären –, dass zweitens Nebenreaktionen auftreten, welche sowohl den Bedarf an elektrischer Energie hochtreiben und die Abtrennung des Produkts Eisen erschweren, und dass drittens – als wichtigster Punkt – die notwendige Menge an umweltfreundlicher Energie (sogenannter „Überschuss-Strom“) gar nicht zur Verfügung stehe.

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Veröffentlicht
Von
Theresa Martus
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Im Biochemie-Projekt „Auf der Alm – da gibt’s koa Gift? – Milch von den glücklichen Kühen?“ befassten sich Luca Biereth und Paul Schupp (beide Klasse 10) mit der Analyse eines noch wenig bekannten Risikos – einer giftigen Aminosäure, Hypoglycin, die in Früchten und Keimlingen des Berg-Ahorns auftritt, eines Baumes, der auch im Raum Bergstraße relativ häufig vorkommt. Mit dessen „Propeller“-Samen haben früher Kinder gerne gespielt.

Wenn die Früchte und Sämlinge von Weidetieren gefressen werden, lösen sie die sogenannte atypische Weide-Myopathie aus, eine Muskelschwäche vor allem bei Pferden. In neuester Zeit konnte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg das Toxin sogar in der Milch von Weidekühen nachgewiesen werden – wenn auch nur in sehr geringen Mengen. Die beiden Jungforscher sehen darin ein Bio-Risiko, weil Hypoglycin lebertoxisch und carcinogen ist; sie plädieren für ein Verbot von Weidewirtschaft auf Berg-Ahorn-bestandenen Wiesen beziehungsweise auf eine Eliminierung des Bergahorns von Wiesen, die zur Gras-Versorgung für Kühe dienen.

Beim „Schülerforum/VDI“ errangen Cleo und Mary mit ihrer elektrochemischen Untersuchung den zweiten Preis und Luca und Paul erhielten für ihr Biochemie-Projekt den dritten Preis. Die Gesamtgruppe hat auch beim experimentellen Dechemax-Wettbewerb teilgenommen und wurde hier „als eines der besten Teams in dieser Klassenstufe“ ausgezeichnet. red

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