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AMS - Siebtklässler machen Finanzführerschein

Haushalten will gelernt sein

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su
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Die Klasse 7 b der AMS zeigt ihren Finanzführerschein. © Sandra Usler

Viernheim. Mit dem eigenen Auto zur Arbeit fahren, das Fahrrad nutzen oder die öffentlichen Verkehrsmittel? Eine Wohnung mieten oder ein WG-Zimmer suchen oder doch bei den Eltern wohnen bleiben? Welche Versicherungen braucht man, was kann man sich zum Vergnügen leisten?

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Die Siebtklässler der Albertus-Magnus-Schule haben sich in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Planspiel „Haushalten will gelernt sein“ beschäftigt, das im Rahmen des Unterrichts in Politik und Wirtschaft angeboten wird. Im Distanz-, Wechsel und Präsenzunterricht haben sie „Anton Azubi“ unterstützt, die fiktive Hauptperson des Spiels.

Der 17-Jährige will zum Berufsstart einen eigenen Haushalt gründen. Und die Schüler überlegten nun, ob Anton sich mit dem Lehrlingsverdienst eine eigene Wohnung oder ein Auto leisten kann. Sie stellten Fixkosten auf, suchten notwendige Versicherungen heraus und überlegten, was an Kommunikationskosten für Telefon, Internet und Handy anfallen. Mit Abschluss des Simulationsprojekts sind die AMS-Schüler nun „Nachwuchsexperten in Finanzfragen“ und bekamen von ihren Fachlehrern die entsprechenden Zertifikate ausgehändigt.

Neben der Sparkassenstiftung unterstützt auch die AWO im Kreis Bergstraße das Finanzführerschein-Projekt. Zum Abschluss sind Mitarbeiter zu Gast an der Schule – und erzählen, was passiert, wenn „Anton Azubi“ nicht ordentlich haushaltet und sich die Rechnungen türmen.

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Bei jungen Leute sind es vor allem Kosten für Telekommunikation wie teure Smartphones und Handyverträge oder Rechnungen aus dem Onlinehandel, die zur Überschuldung führen. „Die meisten Schuldner kommen viel zu spät zu uns und suchen Hilfe bei der Schuldnerberatung“, erzählen Dennis Götte und Heike Bamberg von ihrer Arbeit. Viele hätten Angst davor, in Haft zu müssen. Dennis Götte sagt: „Wegen ganz normaler Schulden muss man nicht ins Gefängnis.“

Hilfe bei Überschuldung

Die Schuldnerberater erklären den Schülern, dass der Gerichtsvollzieher nur Luxusgüter wie Schmuck und teure Kleidung mitnehmen darf, aber nicht Dinge des alltäglichen Bedarfs wie Möbel, Fernseher oder Handy. Dafür kann er aber den Strom abstellen oder das Konto sperren. Spätestens dann suchen sich die meisten Schuldner professionelle Hilfe. Die Schuldnerberatung hilft beim Aufstellen eines Haushaltsplans, sucht Einsparmöglichkeiten und versucht, Kompromisse mit den Gläubigern zu finden. „Eine Möglichkeit ist auch die private Insolvenz“, zählt Schuldnerberater Götte auf, „dann ist man nach drei Jahren alle Schulden los.“ su

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