Natur - Peter Dresen vom BUND appelliert an Haus- und Gartenbesitzer, Nistkästen aufzustellen, und gibt Tipps Gefiederte Viernheimer auf Wohnungssuche

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JR
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Peter Dresen vom Viernheimer BUND wirbt für Nistkästen und warnt vor Gefahren bei der Reinigung. © Othmar Pietsch

Viernheim. Viele gefiederte „Viernheimer“ suchen derzeit einen eigenen Nist- oder Brutkasten, da die in früheren Jahren in Mauernischen, Scheunen oder unter den Dachziegeln noch vorhandenen natürlichen Brutplätze durch Sanierung der Dächer und wärmedämmende Bauweisen mehr und mehr verschwinden. Die häufigsten hier vorkommenden Vogelarten, wie Kohl- und Blaumeisen, Rotschwänzchen und Stare, sind alle auf von Menschenhand im Garten oder an der Hauswand montierte Nistkasten angewiesen.

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Bei milden Temperaturen und Sonnenschein gehen am Winterende zuerst die Kohlmeisen auf Erkundungstour nach einer Bleibe und inspizieren die Eignung der noch aus dem Vorjahr bekannten Kästen. „Spätestens dann wird es Zeit, dass wir uns als ihre Quartiermeister betätigen und uns darum kümmern, dass die im Vorjahr schon bewohnten Nistkästen von noch vorhandenem Nistmaterial gesäubert werden. Wichtig ist dabei, dass man nicht mit dem alten Nest, dem Vogelkot und dem Staub direkt in Kontakt kommt, da sich darin oft Vogelflöhe und Milben befinden. Gelangen sie auf die Kleider oder Schuhe, dann wandern sie schnell weiter und es entstehen auf der Haut lang anhaltende und stark juckende Entzündungen“, rät Peter Dresen vom BUND Viernheim, Handschuhe zu benutzen. Verzichten könne man dagegen auf Desinfektionsmittel.

Wer in seinem Garten einen neuen Nistkasten aufhängt, der muss den dafür geeigneten Platz finden. Das ist nicht immer ganz einfach, da beispielsweise die Rotschwänzchen – sie nisten gerne in einem offeneren „Halb-Höhlenkasten“ – sehr wählerisch sind. Am besten versucht man es hier unter einem Dachvorbau an einer Hauswand.

Weniger anspruchsvoll seien dagegen die Meisen. Bei ihnen ist es nur wichtig, dass der Kasten für sie gut erreichbar, also nicht zu hoch, an einem Baum oder Gartenhaus angebracht wird, wo Nachbars Katze nicht zu leicht hinkommt. „Nachmittagssonne sollte man wegen der hohen Temperaturen ebenso vermeiden wie direkter Regenfall ins Einflugloch“, so Dresen weiter.

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Die am häufigsten vertretene Meise, die Kohlmeise, sollte einen Kasten mit einem etwas größeren Einflugloch von mindestens 32 Millimeter bekommen, bei der selteneren Blaumeise wären 28 Millimeter ideal. Dieses kleinere Loch ermöglicht es, dass auch Blaumeisen einen Nistkasten finden und nicht von der robusten Kohlmeise oder dem Feldsperling verdrängt wird.

Dresen: „Spatzen, als überaus nützliche Schädlingsvertilger, sind inzwischen aber so selten geworden, dass auch sie unseren Schutz verdienen. Schenken wir unseren Vögeln also ein Eigenheim und erfreuen uns später an ihrem Gesang und ihrem Einsatz im Garten bei der Jagd auf Blattläuse und Raupen.“ JR