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Kultur

Erlebnisse im Iran

Masoumeh Omidi und Masoomeh Fadaie stellen beim Internationalen Frauencafé ihr Heimatland vor

Von 
red
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Viernheim. Das internationale Frauen-Café (IFC) traf sich kürzlich im Museum Viernheim. Bei Kaffee und Kuchen gab sehr viele tiefgehende Gespräche und Frauen erzählten über ihr Herkunftsland. Iran bedeutet Heimat für Masoumeh Omidi und Masoomeh Fadaie, die an diesem Nachmittag im Museum mit einer sehr beeindruckenden Präsentation den knapp 20 anwesenden Personen den Iran mit ganz persönlichen Erzählungen, Erfahrungen und Eindrücken nähergebracht hatten.

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Mit viel Herz und Seele berichtete Masoumeh Omidi über die geografische Lage, die Geschichte des Landes, über Feiertage und Bräuche. Natürlich spielt das Essen in iranischen Familien eine sehr wichtige Rolle. Um die Speisen des Landes nicht nur bildlich sehen zu können, brachten die beiden Iranerinnen die Reis-Delikatesse „Tschelo“ und auch Gebäck mit, beide mit dem Hauptgewürz Safran verfeinert. Es war Omidi wichtig, auch berühmte Menschen aus dem Iran vorzustellen und über die Lage der Frauen zu berichten.

Mutige Aktivistinnen

Die gebürtigen Iranerinnen Masoumeh Omidi und Masoomeh Fadaie leben seit 2017 beziehungsweise 2019 in Deutschland. © IFC

Die Generation von Masoumeh Omidi und Masoomeh Fadaie’s Eltern hatte noch einen anderen Iran gekannt.Vor über 40 Jahren konnten Frauen dort frei und ohne Druck beispielsweise die Kleidung ihrer Wahl tragen. Muslimische, christliche und andere Religionen lebten friedlich nebeneinander. Leider hätten Frauen im heutigen Iran keine Rechte, bedauern die beiden. Sie müssten ihr Haar verstecken und dürfen weder Make-up oder Nagellack tragen. Die Mädchen müssten ab der Einschulung ein Kopftuch tragen. Gemischte Klassen gebe es nicht. Zwar dürften die Frauen im heutigen Iran arbeiten gehen, aber Rechte für Frauen oder Meinungsfreiheit allgemein gebe es nicht. Mutige Aktivistinnen würden sich gegen diese Missstände regelmäßig auflehnen. Am sogenannten „weißen Mittwoch“ würden sich Frauen in der Öffentlichkeit ohne Kopftuch zeigen und die Fotos in sozialen Netzwerken veröffentlichen. Die Polizei würde solche Vergehen mit einer Geldstrafe und Gefängnisstrafen von sechs Monaten oder sogar bis zu elf Jahren ahnden.

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Masoumeh Omidi lebt mit ihrer Familie seit 2017 in Deutschland. Sie war Bankangestellte im Iran. Masoomeh Fadaie ist seit 2019 in Deutschland und arbeitete im Iran als Mathematiklehrerin. Beide Frauen fühlen sich hier in Viernheim mit ihren Familien sehr wohl.

Ein schöner Nachmittag mit vielen Gesprächen ging zu Ende. Viele Fragen wurden gestellt und beantwortet. Das Internationale FrauenCafé freut sich jetzt schon auf die nächste Veranstaltung am Montag, 29. August, 15 Uhr, dieses Mal im Museumsgarten, um bei einer Plauderstunde neue Kontakte zu knüpfen und Bekanntschaften zu stärken. Alle Interessierten sind eingeladen. Zur besseren Planung wird um Anmeldung bei Birgit Herbold im Gleichstellungsbüro unter 06204/98 83 64 oder per E-Mail an gleichstellungsbuero@viernheim.de gebeten.

Vorurteile abbauen

Das Ziel des IFC ist es, Frauen aller Nationalitäten zusammenzuführen. Der Kontakt zwischen den Kulturen baut Vorurteile ab und soll ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit setzen und die Integration fördern. In Form von offenen Treffs für alle Frauen will das IFC in vertrauensvoller Atmosphäre die Möglichkeit zu zwanglosem Austausch, gegenseitigem Kennenlernen und gemeinsamer Interessenfindung geben, Kontakte knüpfen, vertiefen und Geselligkeit erleben. Dies geschieht beispielsweise durch Kulturangebote aus aller „Frauen Länder“, durch Informationen oder einfach durch offene Gespräche. red

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