AdUnit Billboard
Kunstverein - Ausstellung von Henrik Jacob

Ein Café aus Knete erschaffen

Von 
red
Lesedauer: 
Kunst aus Knete ist ab dem 16. Juli in Viernheim zu sehen. © Kunstverein

Viernheim. Der Kunstverein Viernheim zeigt vom 16. Juli bis zum 14. August eine Ausstellung von Henrik Jacob. Sie heißt „und Sterne* Knete mixed Media“. Die Eröffnung findet am Freitag, 16. Juli, um 19 Uhr im Freien beim Kunsthaus statt. Dabei erwartet die Besucher eine Knetplattendisco. Die Begrüßung übernimmt Fritz Stier vom Kunstverein Viernheim. Die Einführung übernimmt die Kunsthistorikerin Pamela Pachl.

AdUnit Mobile_Pos2
AdUnit Content_1

Im Kunstverein Viernheim werden neben Henrik Jacobs Knetbar auch Zeichnungen, Objekte, Fotos von gelochten Himmeln, fliegenden Polizeiwagen und Filme von weiteren Berliner Aktionen gezeigt. Dabei faszinieren absurde Bild-Text-Kombinationen, zufällige Zusammenstellungen oder unzulässige Systemvergleiche.

„Wenn man der Kunst von Henrik Jacob begegnet, fühlt man sich unversehens wie ein Kind, das vor einem Dessertbuffet ins Staunen gerät“, führt Fritz Stier in die Ausstellung ein. Frech und unverschämt setzt sich Henrik Jacobs in seinen Zeichnungen über alle stilistischen Zuschreibungen und formalen Traditionen hinweg, nichts ist ihm zu banal oder zu abstrus.

Eine andere Technik liegt den sogenannten Rubbings zugrunde. Mit leergeschriebenen Kugelschreibern rubbelt er Abdrücke von Fotos aus einem Magazin auf Transparentpapier, kombiniert und arrangiert diese neu und lässt so seltsame magische Szenarien entstehen. Meist in Menschengruppen, sparsam platziert, erscheinen die Abgebildeten gesichtslos und die zeichnerischen Settings nahezu schwerelos.

AdUnit Mobile_Pos3
AdUnit Content_2

Geprägt in Dresden

Bekannt wurde der Künstler in erster Linie mit seinen legendären und einzigartigen Knetarbeiten, die auf die gleichen regenbogenbunten Quellen des Lebens verweisen. Allerdings poppt hier viel deutlicher seine eigene private Geschichte auf, die Henrik Jacob in Dresden, im „Tal der Ahnungslosen“ verbracht hat: Inmitten des ehemaligen sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaats, bevor das System dahinzuschwinden begann.

In seinen mit Trickfilmknete der Schweizer Firma Caran d’ache erstellten Bildern treffen die Betrachter auch auf selbstverliebte Bodybuilder, chinesische Mingvasen, Porträts von Affen und immer wieder Monumente und Denkmäler. Und schließlich, in Originalgröße installiert, eine komplette Bar mit Flaschenregal und Theke und allem, was so dazu gehört: zerquetschte Getränkedosen, unzählige Flaschen, Trinkgläser, verglimmte Zigaretten, sowie allerlei Kneipenkitsch und Nippes. „Café Deutschland International“ ist der Titel seiner bisher größten Arbeit. Am Boden ein Plattenspieler, umgeben von lose hingeworfenen Schallplatten. Und das alles besteht aus Knetmasse. Flankiert von einer mannshohen Kühlvitrine, beleuchtet und randvoll gefüllt mit modelliertem Sprit, als ob es ein Morgen gäbe. red

AdUnit Footer_1
AdUnit Mobile_Footer_1