Soziales - Beteiligungsforum Handicap benennt seine Ziele Diskussion über mobile Rampen

Von 
JR
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Die Rampe vor dem Obstgeschäft hilft Rollstuhlfahrern. © Othmar Pietsch

Viernheim. . Von Autos zugeparkte Gehwege, Stufen vor Geschäften, Stolperfallen, hohe Randsteine, Zustiegsprobleme bei Bus und Bahn und schlecht postierte Verkehrsschilder – all das beschäftigt die Mitglieder des Beteiligungsforums Handicap. Beim jüngsten Online-Treffen machte die Interessengemeinschaft deutlich, wo es Handlungsbedarf in der Stadt gibt, und diskutierte mögliche Lösungsansätze. Außerdem machte die Gruppe darauf aufmerksam, dass sie ihren Bekanntheitsgrad steigern und die Mitbürger für die Bedürfnisse von Menschen mit Handicap sensibilisieren möchte.

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Schwerpunktthema der Arbeitsgemeinschaft war zuletzt das Gehweg-Parken. Ziel ist es, künftig zu vermeiden, dass Rollstuhlfahrer, Menschen mit Rollatoren, aber auch Mütter mit Kinderwagen auf die Straße ausweichen müssen. Es sei ein Umdenken der Fahrzeughalter erforderlich, betonten die Verantwortlichen des Beteiligungsforums. Das Ordnungsamt kenne die Problematik und habe etliche Strafzettel verteilt, berichtete Martin Bosold. „Wir haben uns in Viernheim darauf geeinigt, dass mindestens ein Meter als Durchgang frei bleiben muss. Im vergangenen Jahr wurden 329 Verstöße geahndet. Insgesamt gab es sogar 9074 Ordnungswidrigkeitsverfahren im ruhenden Verkehr.“

Unüberwindbare Treppen

Ein weiteres Problem ist die Erreichbarkeit von Geschäften in der Innenstadt. Viele Läden seien nur über eine Treppe zugänglich, so der Tenor. Selbst ein nur wenige Zentimeter hoher Tritt stelle für Menschen mit Handicap oft ein unüberwindbares Hindernis dar. Es werde nun über den Einsatz mobiler Rampen diskutiert, teilte das Beteiligungsforum mit. Außerdem möchte sich die Initiative in anderen Städten umschauen, um zu sehen, wie das Problem dort gelöst werde.

Wenn demnächst der Bau der Verkehrskreisel an L 3111 und Wiesenweg, am Kurpfalzplatz und im Bannholzgraben in Angriff genommen werden, möchte das Forum seine Ideen einbringen. „Bei den weiteren Planungen muss die Barrierefreiheit unbedingt mit aufgenommen werden. Es sollte Hinweise für die Blinden und Sehbehinderten geben, aber auch eine Nullabsenkung für die Rollstuhlfahrer“, so die Forderung. Darüber hinaus will die Initiative eine Fahrrad-Rikscha leihen, um deren Einsatzmöglichkeiten zu testen. Handlungsbedarf sieht sie auch im Waldschwimmbad. Dort müsse ein barrierefreier Zugang zu den Becken ermöglicht werden. JR