Gesundheit

Der rosa Zettel hat bald ausgedient

Das elektronische Rezept verbreitet sich in Deutschland aktuell immer weiter. Auch Viernheimer Apotheken können die digitale Version schon bearbeiten

Von 
red
Lesedauer: 
Apotheker Andreas Meyer zeigt das spezielle Daten-Lesegerät, mit dem die digitalen Rezepte bearbeitet werden. © Stadt Viernheim

Viernheim. Medizinische Verschreibungen auf dem sogenannten rosa Zettel gehören bald der Vergangenheit an. Das elektronische Rezept – kurz E-Rezept – wird als digitale Version mehr und mehr Einzug halten. Die gesetzlichen Grundlagen wurden schon vor einiger Zeit geschaffen, Ärzte und Apotheken sollen es umsetzen. Das ist noch nicht überall der Fall, auch weil die technischen Voraussetzungen oder der Wille fehlen. „Die Viernheimer Apotheken können solche E-Rezepte aber schon bearbeiten“, erklärte Apotheker Andreas Meyer auf Nachfrage.

In seiner Apotheke kam das schon mehrfach vor. „Allerdings nur bei Verschreibungen aus Baden-Württemberg, die hessischen Ärzte sind noch zurückhaltend.“

Das E-Rezept ermöglicht weitere neue, digitale Anwendungen: von der Medikationserinnerung bis hin zum Medikationsplan mit Wechselwirkungscheck. So kann schnell überprüft werden, ob alle Arzneimittel untereinander verträglich sind.

Betrug vorbeugen

Was bisher auf einem kleinen Papier aus dem Drucker kam, liegt mit dem E-Rezept künftig digital vor, zum Beispiel auf dem Smartphone oder Tablet. Ab 2023 soll das auch auf der Elektronischen Gesundheitskarte (eGK) der Fall sein. Seit September 2022 müssen alle Apotheken in Deutschland die Codes mit Geräten auslesen, um damit die E-Rezepte annehmen und einlösen zu können.

Wer ein Medikament benötigt, bekommt sein Rezept wie gehabt in der behandelnden Arztpraxis. Das E-Rezept ist mit einem digitalen Schlüssel ausgestattet, ähnlich dem QR-Code. Dieser Rezeptcode ist so etwas wie ein Fingerabdruck, er ist einzigartig und enthält alle für das Rezept wichtigen Informationen. „Damit wird es künftig keine Rezeptfälschungen mehr geben und den Betrügereien ein Riegel vorgeschoben, was im Drogenmilieu sicher nicht gern gesehen wird“, erklärt Andreas Meyer.

Wer sich den Gang zum Arzt komplett sparen möchte, kann künftig, sofern die Praxis das anbietet, auf eine digitale Fernbehandlung per Videosprechstunde zurückgreifen. Das E-Rezept wird im Anschluss kontaktlos an die E-Rezept-App oder die eGK des Patienten übermittelt.

Beim Einlösen in der Apotheke vor Ort ändert sich prinzipiell nichts. Mit dem E-Rezept gehen Patienten in eine beliebige Apotheke. Der Mitarbeiter scannt den Code und erhält über eine Computersoftware Zugriff auf das E-Rezept. Bei Bedarf werden die Kunden wie gewohnt beraten und die Medikamente ausgegeben.

„E-Rezept bietet mehr Sicherheit“

„Das ist natürlich eine Vereinfachung für Ärzte, Apotheker und für die Patienten, und es reduziert auch den Papierkrieg. Außerdem bietet das E-Rezept mehr Sicherheit. Auch wer kein Smartphone oder Tablet hat, bekommt seine Medizin, denn man kann sich weiterhin einen Ausdruck geben lassen“, so Alexander Schwarz von der Wirtschaftsförderung der Stadt Viernheim. Auch wenn das Rezept bei einer Online-Apotheke eingelöst werden kann, rät er zum Gang in die Apotheke vor Ort, denn dort gibt es bei Bedarf eine fachliche Beratung, und ein Notdienst ist gewährleistet. red