Wirtschaft

CDU blickt hinter die Kulissen von Emuclean

Viernheimer Unternehmen nimmt ab Januar seine Arbeit auf und bereitet in einer Verdampferanlage flüssige Abfälle aus der Industrie auf

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Othmar Pietsch
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Betriebsleiter Steven Hauenstein (r.) erläutert den Viernheimer Christdemokraten die Funktionsweise der hochwertigen Verdampferanlage. © Othmar Pietsch

Viernheim. Wer durch den Neuen Weg im Industriegebiet fährt, dem sind in den Fenstern des Neubaus mit der Hausnummer 8 die großen Metalltanks mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits aufgefallen. An der Fassade prangt groß das Firmenlogo „Emuclean“. Was sich dahinter verbirgt, das hat nun eine Delegation der Viernheimer Christdemokraten bei einem Besuch vor Ort aus ersten Hand erfahren. Ab Januar sollen dort pro Jahr 30 000 Kubikmeter von industriellen, gefährlichen und nicht gefährlichen flüssigen Abfällen aufbereitet werden.

Start nach vier Jahren Planung

In den vergangenen Monaten wurde auf dem rund 4000 Quadratmeter großen Grundstück eine Halle für eine hochwertige Verdampferanlage erstellt. Zuvor waren vier Jahre Planungs- und Vorbereitungszeit ins Land gegangen. Dabei wurden viele externe Experten eingebunden, die das Vorhaben auch in Bezug auf die außergewöhnlich hohen Anforderungen des Bundesimmissionsschutzgesetztes (BImSchG) überprüften. Auch die Klimaneutralität wurde bei der Planung berücksichtigt.

Eine verfahrenstechnische Kombination aus unterschiedlichen Technologien ermöglicht es der Emuclean GmbH nun ab Januar, die flüssigen Abfälle im Chargenbereich aufzubereiten. Die Innovation liegt in den verschiedenen Behandlungsstufen. Auch graphit- und phosphathaltige Abwässer und wässrige Waschflüssigkeiten können laut Angaben des Viernheimer Unternehmens behandelt werden. Um die steigenden Energiekosten etwas aufzufangen, wurde auf dem Hallendach eine Solaranlage mit einer Leistung von 180 000 Kilowattstunden installiert. Demnächst soll eine weitere Anlage folgen, deren Leistung laut Angaben des Unternehmens bei 100 000 kWh liegt.

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Beim Bau gab es viele bürokratische und materielle Hindernisse zu überwinden. Unter anderem stiegen die Beschaffungskosten für fast alle Elemente an. Weil es auf dem Markt keine großen Behälter mehr gab, kaufte die Emuclean GmbH kurzerhand gebrauchte Tanks einer ostdeutschen Brauerei.

Beeindruckt von Geschäftsidee

Der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Ergler und seine Parteikollegen zeigten sich beeindruckt von der Anlage, aber auch vom unternehmerischen Engagement und von der Geschäftsidee. Weil es sich laut Angaben des Unternehmens um eine in Deutschland einmalige Anlage handelt, stellten die Besucher viele Fragen, die Betriebsleiter Steven Hauenstein beantwortete.

„Was hier entstanden ist, das ist schon bemerkenswert, zeigt aber auch das Potenzial, das Viernheim bietet. Wir hoffen natürlich, dass das Vorhaben von Erfolg gekrönt ist. Es stärkt nämlich auch die Wirtschaftskraft der Stadt und der Region“ so Ergler, der die Unterstützung seiner Partei zusagte.

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