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Integration - Lotsen erhalten Zusatzqualifikation durch das Viernheimer Lernmobil / 35 Teilnehmer aus dem Kreis Bergstraße bekommen Zertifikate zum Gesundheitscoach

Begleitung zum Arzt und zur Vorsorgeuntersuchung möglich

Von 
Othmar Pietsch
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Bürgermeister Matthias Baaß (r.) gratulierte den Integrationslotsinnen des Lernmobils nach der Fortbildung zum Gesundheitscoach und überreichte die Teilnahmezertifikate. © Othmar Pietsch

Viernheim. Der Weg zu einer Behörde oder auf ein Amt kann manchmal ganz schön beschwerlich sein, erst recht, wenn man der deutschen Sprache nicht ganz mächtig ist. Unterstützung gibt es hierfür schon seit Jahren durch die Integrationslotsen, in der Mehrzahl Frauen. Jetzt erweiterten einige Lotsinnen ihre Kompetenz durch die Teilnahme an einer Fortbildung für Gesundheitscoaches, um auch bei Arztbesuchen oder Krankenhausaufenthalten Unterstützung leisten zu können. „Das war zuletzt nicht immer möglich, weil hier viel mit Fachausdrücken gearbeitet wird“, begründete Brigitta Eckert aus der Geschäftsführung des Lernmobils den Lehrgang.

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Das Lernmobil ist Ausbildungs- und Weiterbildungszentrum für die Integrationslotsen für Viernheim, Lampertheim, Bürstadt, Heppenheim, Groß-Rohrheim und Biblis im Kreis Bergstraße. Im Rahmen dieser Kooperation fand auch die Weiterbildung zum Gesundheitscoach statt. Dazu hatten sich 35 Teilnehmer angemeldet, die in zwei Gruppen unterrichtet wurden.

Konzept eigens entwickelt

Zuerst musste ein Konzept erstellt werden, wie die Schulung erfolgen und was vermittelt werden soll. Hierfür gab es keine Blaupause. Deshalb haben Angelika Oberrheim, Schwangeren- und Mütterberatung der Caritas Viernheim, die Viernheimer Gleichstellungsbeauftragte Maria Lauxen-Ulbrich und Gökce Karakas, Patientenberater beim Gesundheitstreffpunkt in Mannheim, gemeinsam mit Beata Gergely vom Verein Lernmobil eine Struktur erarbeitet.

Gökce Karakas hatte sich besonders gefreut, als die Anfrage des Lernmobils kam. „Ich habe früher in Viernheim gelebt und dabei schon die Netzwerke zu schätzen gewusst, gerade was Sprachkurse und andere Fortbildungen betraf. Mein Vater war auch Mitbegründer des Ausländerbeirats“, erinnerte sich der Mediziner an seine Kinder- und Jugendjahre. Letztendlich ging es darum, den Lotsinnen medizinische Grundlagen näher zu bringen, aber auch über das System der Hausärzte und Krankenhäuser zu informieren. Dabei wurden Begriffe wie Krankmeldung, Überweisung und Patientenrechte behandelt.

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Die Lotsinnen können mittlerweile aber auch Fragen zu Präventionsmaßnahmen beantworten und über Möglichkeiten der Krebsvorsorge, Zahngesundheit, Verhütung, Schwangerschaft und Geburt informieren.

Hilfe in existenziellen Situationen

„Mit dieser zusätzlichen Qualifikation kann jetzt auch die notwendige Begleitung von Menschen in oft existenziellen Situationen gewährleistet“, hob Brigitta Eckert den Wert der Fortbildung hervor.

Bürgermeister Matthias Baaß lobte bei der Zertifikatsübergabe das Engagement der Teilnehmerinnen: „Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn sich Menschen für andere einsetzen.“

Freier Autor

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