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Museumsfest - Ausstellung über Viernheimer Frauen eröffnet

Bedauern über Mangel an Besuchern

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su
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Für Kinder gab es Mitmach-Angebote wie den „Magischen Museumswürfel“. © Sandra Usler

Viernheim. „Für mich gab es keine Ausbildung. Schon als Zwölfjährige musste ich mit ins Feld und half im Haushalt. Im Geschäft meines Großvaters verkaufte ich Futtermittel, Mehl, Düngemittel und Torfwaren – habe aber nie Verkäuferin gelernt.“ In der Sonderausstellung „Frauen-Blicke“ werden Lebenserinnerungen Viernheimer Frauen präsentiert, persönliche Erzählungen sind auf große Ausstellungswänden zu lesen. Das städtische Gleichstellungsbüro und das Museum Viernheim haben die Ausstellung initiiert, die beim Museumsfest am vergangenen Wochenende eröffnet wurde.

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Die Texte der Ausstellung stammen aus Zeitzeuginnen-Interviews, die im Auftrag des Stadtarchivs durchgeführt wurden. Befragt wurden gebürtige und zugezogene Viernheimerinnen der Geburtsjahrgänge 1928 bis 1982 aus unterschiedlichen sozialen Schichten. Und so sind Erinnerungen an die Kindheit als Arbeiterin in der Bekleidungsfabrik Fourman, vom Engagement in Politik oder im Verein zustande gekommen.

Die Ausstellung "Frauen-Blicke" kann bis 17. Oktober zu den ...

Die Ausstellung "Frauen-Blicke" kann bis 17. Oktober zu den regu lären Öffnungszeiten besichtigt werden. Eine vorherige Anmeldung ist nicht erforderlich.

„Die Schilderungen zeigen die Möglichkeiten und Einschränkungen von Frauen in den letzten Jahrzehnten, aber auch, wie Frauen eingetreten sind für ihre Rechte“, sagt Bürgermeister Matthias Baaß. Da passte es, dass der Frauenchor Viernheim den Start der Sonderausstellung musikalisch umrahmte. Die Ausstellungseröffnung war eingebettet in das Museumsfest. Unter der Linde im Museumsgarten war Gelegenheit zum geselligen Zusammenkommen, bei kühlen Getränken und frisch gebackenem Brot aus dem Museumsofen. Die Museumspädagogik hatte für Kinder verschiedene Mitmach-Angebote vorbereitet, wie den magischen Museumswürfel, auf dem sich Motive aus dem Museum zusammensetzen lassen. Einige Stationen drehten sich auch ums Waschen – vom Wäschewaschen mit Waschbrett bis hin zum Testen natürlicher Waschmittel. Dabei dürfen die Kinder Stoffe erst richtig dreckig machen und dann die Flecken herauswaschen. Die Museumsmitarbeiter hatten einen besonderen und nachhaltigen Tipp: „Mit Efeublättern kann man dunkle und bunte Wäsche waschen.“ In den Efeu-Blättern sind Saponine enthalten, die beim Waschen die Flecken aus der Kleidung lösen. Klein gerissen und mit etwas Soda sind die immergrünen Blätter also ein nachhaltiges und umweltfreundliches Waschmittel.

Bedauerlich fanden die Organisatoren lediglich den Zuspruch. „Das Museumsfest hätte mehr Besucher verdient gehabt“, sagte Matthias Baaß, „aber vielleicht müssen wir uns alle erst wieder daran gewöhnen, dass solche Veranstaltungen wieder möglich sind.“ su

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