Schriesheim - Technischer Ausschuss berät Projekt in der Porphyrstraße 21 im Gewerbegebiet / Knackpunkt sind die fehlenden Parkplätze Zustimmung zu Bürogebäude nur unter Auflagen

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Konstantin Groß
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Das Grundstück in der Porphyrstraße 21 im Gewerbegebiet. © Groß

Im Schriesheimer Gewerbegebiet wird möglicherweise wieder ein neues Bürogebäude entstehen. In seiner jüngsten Sitzung genehmigte der Technische Ausschuss einen entsprechenden Antrag für die Porphyrstraße 21 – unter der Bedingung, dass der Bauherr die notwendige Zahl an Stellplätzen schafft.

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„Projekte dieses Bauherrn waren schon des öfteren Thema im Gremium“, formuliert Beate Kreis vom Bauamt. 2015 etwa gestaltet er das hier bestehende Fitness-Studio in Büroräume um. Die Genehmigung dafür erteilt die Stadt damals lediglich unter der Auflage, dass auch zwölf Autostellplätze angelegt werden. Dies geschieht denn auch.

Nun beabsichtigt der Antragsteller, westlich der bestehenden Gebäude ein elf mal 13 Meter großes Bürohaus mit zwei Stockwerken zu errichten. Problem: Der Neubau soll auf jener Fläche entstehen, auf dem sich derzeit die zwölf Stellplätze für den Altbau befinden. „Diese zwölf Stellplätze sind auf dem Plan irgendwie verschwunden“, staunt Kreis.

Angesichts der jetzt vorgelegten Planung würden nicht nur die für den Altbau vorgeschriebenen zwölf Stellplätze wegfallen; für den Neubau müssen ja zusätzliche Stellplätze ausgewiesen werden. Nach Darstellung der Verwaltung erfolgt dies jedoch nicht in ausreichendem Umfang. „Im Lageplan des vorliegenden Bauantrages sind für das geplante Vorhaben sowie das Bestandsgebäude fünf Stellplätze nachgewiesen“, heißt es in der Vorlage für den Ausschuss. Und das auch noch auf der Fläche zwischen der Straßenbegrenzungslinie und der Baugrenze. Doch gemäß Bebauungsplan dürfen diese Geländestreifen nur zur Hälfte als Stellfläche genutzt werden.

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„Das Grundstück ist schon jetzt überbaut“, kritisiert Grünen-Stadtrat Georg Grüber und äußert Zweifel daran, dass die geplanten Räumlichkeiten als Büros genutzt werden: „Der Klingel nach befinden sich schon im bisherigen Gebäude sehr viele Büros“, formuliert er.

Projekte in der Altstadt

Dennoch erteilt der Ausschuss seine Zustimmung – mit der Auflage, dass die nötigen Stellplätze geschaffen werden sowie „in dem Wissen, dass uns dieses Thema noch lange beschäftigen wird“, wie Bürgermeister Hansjörg Höfer ahnt.

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Positiver sieht das Gremium das Projekt in der Heidelberger Straße 29: Der Besitzer will seine Garage aufstocken und dadurch 70 Quadratmeter zusätzlichen Wohnraum schaffen; dafür gibt es grünes Licht.

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Ebenfalls einstimmig billigt der Ausschuss den Antrag eines Eigentümers, das Dachgeschoss seines Hauses in der Ladenburger Straße 33 auszubauen. Um die Flächen besser nutzen und zusätzlichen Wohnraum gewinnen zu können, plant der Bauherr die Installation von Gauben: an der Ostseite in einer Breite 3,50 Meter und nach Westen mit 11,30 Metern – bei einer Gebäudelänge von knapp 14 Metern.

Laut Bebauungsplan sind Dachaufbauten in dem Gebiet mit dem altertümlichen Namen „Sautrieb vor dem Heidelberger Tor“ aber nicht zulässig. Da entsprechende Ausnahme jedoch bereits in der Vergangenheit erteilt wurden, empfiehlt die Verwaltung Zustimmung, die denn auch erfolgt. „Das ist ein schönes Beispiel für unseren Wunsch, Bebauungspläne von vor 30, 40 Jahren zu überarbeiten“, schließt Grünen-Fraktionschef Christian Wolf.

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