Schriesheim - Initiative wartet auf Antwort der Autobahn-GmbH Schriesheim: Bürger wollen bei A 5-Lärmschutz am Ball bleiben

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Konstantin Groß
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Schriesheim. Die Lärmbelastung durch die Autobahn 5 in Höhe Schriesheims bleibt auf der politischen Agenda der Region: Auch nach Ablehnung ihrer Vorschläge durch das Stuttgarter Verkehrsministerium geben die Anwohner nicht auf. Vor allem sollen sich ähnliche Fehler bei der anstehenden Sanierung im nördlichen Abschnitt der A 5 nicht wiederholen, fordert jetzt die CDU-Landtagsabgeordnete Julia Philippi.

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Bewohner des Wohngebietes Fensenbäumen, vor allem aus dem Fröchweg, beklagen, dass nach Abschluss der jüngsten Sanierung des hiesigen Teilstücks der A 5 der Lärm zugenommen habe. Als Ursache vermuten sie die Betonschweller, die die begrünten Mittelstreifen ersetzt haben. Zudem kritisieren die Bürger, dass die Sanierung nicht genutzt wurde, um einen lärmmindernden „Flüsterasphalt“ einzubauen.

Ministerium bleibt hart

In einem Schreiben an das Verkehrsministerium regte Winfried Plesch, der Sprecher der Anwohnerinitiative, daher eine Lärmschutzwand sowie Tempo 100 für Pkw und Tempo 60 für Lkw an. Unterstützung erhielt er aus der Politik: Dass eine Sanierung zu einer Verschlechterung führe, könne nicht hingenommen werden, erklärten die Landtagsabgeordneten Uli Sckerl (Grüne) und Gerhard Kleinböck (SPD) in separaten Briefen an Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne).

Gleichwohl, das Ministerium lehnte ab: „Die Voraussetzungen sind nicht gegeben.“ Lärmschutz könne nur installiert werden, wenn der Lärmpegel von 64 db(A) am Tag oder 54 dB(A) nachts überschritten wird. Laut Behörde liegen die Werte hier jedoch bei 50 db(A) nachts und „knapp über 55“ db(A) am Tag.

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Ähnliches gilt für eine Geschwindigkeitsbegrenzung. Zudem bestreitet das Ministerium, dass die Betongleitwände für die höhere Lärmbelastung verantwortlich seien; das Material sei vielfach geprüft.

Die Bürger sind enttäuscht. „Die vom Ministerium genannten Werte sind Durchschnittswerte“, erläutert Plesch: „Was uns aber zu schaffen macht, sind die hohen Ausschläge zu bestimmten Zeiten.“ Mit einer von HNO-Ärzten entwickelten App habe er um die 60 dB(A) gemessen. In einem neuerlichen Schreiben an das Ministerium vom 17. Dezember erbittet die Initiative daher Auskunft darüber, wann welche Lärmbelastung gemessen wurde (sogenannte Eingangsparameter).

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Doch die Anfrage fiel in eine Zeit grundlegender Strukturänderungen in diesem Bereich: Mit dem 1. Januar übernahm die Autobahn GmbH des Bundes (AdB) Bau und Betrieb der Autobahnen; zuständig für die A 5 ist die AdB-Niederlassung Südwest.

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Nach einem Monat warten die Bürger also noch auf Antwort. „Wie mir mitgeteilt wurde, ist die Antwort auf die Anfrage der Schriesheimer Bürgerinnen und Bürger noch in Arbeit“, teilt Julia Philippi am Mittwoch dieser Redaktion mit.

Hellhörig wurde Philippi jedoch bei der Nachricht, dass die A 5 in diesem Jahr auch zwischen Kreuz Weinheim und Anschlussstelle Ladenburg erneuert wird – im ersten Bauabschnitt ab Mitte August in Richtung Karlsruhe, im zweiten ab 2022 in Fahrtrichtung Frankfurt.

Ab August Baustelle im Norden

Das bedeutet: Im ersten Bauabschnitt werden dort alle Spuren auf die entgegengesetzte Fahrbahn umgeleitet (sogenannte 4+0-Führung). Als mögliche Umleitung ist eine Verkehrsführung über die B 3 im Gespräch. Die Ab- und Auffahrt der Anschlussstelle Hirschberg in Richtung Süden ist in dieser Zeit gesperrt.

Doch mehr als diese Verkehrsführung für die Zeit der Bauarbeiten bewegt die Abgeordnete, dass in diesem Abschnitt nicht die selben Fehler gemacht werden wie im Süden.

„Angesichts der Situation auf dem südlichen Streckenabschnitt, die in Schriesheim hohe Wellen schlägt, habe ich darum gebeten, die dortige Lärmschutz-Problematik dringend bei der Planung der nun anstehenden Arbeiten zu berücksichtigen“, betont Julia Philippi. Dabei habe man ihr „zugesagt, die Rückmeldungen aus Schriesheim auf jeden Fall bei der Planung des nächsten Streckenabschnitts zu berücksichtigen“.

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