Schriesheim - Bundesfinanzminister bei SPD-Landtagskandidat Sebastian Cuny zu Gast – digital Scholz gibt sich zuversichtlich

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Konstantin Groß
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Sebastian Cuny und Laura Tomasi im Gespräch mit Vizekanzler Olaf Scholz, der aus Berlin zugeschaltet ist. © Konstantin Groß

Zum Einstieg ein echter „Freud“. Die SPD sei „die treibende Kraft in unserer Landesregierung“, sagt Sebastian Cuny, als er Olaf Scholz begrüßt. Doch vorerst ist das nur ein Ziel des SPD-Kandidaten im Wahlkreis, der am Freitagnachmittag eine Stunde lang den Bundesfinanzminister und Vizekanzler zu Gast hat – „die treibende Kraft in unserer Bundesregierung“, wie er sich sofort verbessert.

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Natürlich ist der nicht persönlich in Schriesheim, sondern per Video aus dem Willy-Brandt-Haus in Berlin zugeschaltet, über einen Link auf Cunys Internetseite. Ein von Barmusik unterlegter Countdown führt zur technisch professionell umgesetzten, pannenfreien Übertragung.

Fragen von Bürgern und Experten

Exakt 38 Zuschauer sind online, als Cuny Punkt 15.30 Uhr mit Laura Tomasi von den Weinheimer Jusos als Moderatorin den „lieben Olaf“ begrüßt. Der lächelt, winkt, zeigt sich „sehr zuversichtlich, dass ich der nächste Kanzler sein kann und die SPD die nächste Regierung führt“.

Gut gelaunt stellt er sich den Fragen, die von Bürgern eingereicht wurden, deren Namen allerdings nicht genannt werden. „Das hat datenschutzrechtliche Gründe“, erläutert Cuny im Vorfeld dem „MM“.

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Diese Fragen betreffen zumeist den Sozialbereich, etwa die Rente. Scholz verspricht ein „stabiles Rentenniveau“, bei Bedarf auch mit „Einsatz von Steuergeldern“. Warum die Corona-Hilfen bei den Einzelhändlern nicht ankommen, lautet eine andere Frage. Scholz verweist auf Unterstützung gerade für sie. Etwa, dass sie Winterware, die sie im Frühjahr oder Sommer nicht mehr werden verkaufen können, als Betriebskosten absetzen dürfen.

Neben den Bürgern fragen zwei Experten. Stefanie Stiller, Vorsitzende des Weinheimer Gesamtelternbeirates, mahnt Unterstützung bei der Digitalisierung an, sowohl was die technische Ausstattung als auch Ausbildung der Lehrkräfte angeht.

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Scholz verweist auf die Anstrengung des Bundes in diesem Bereich: die Hilfe für Lehrer sowie für Kinder aus einkommensschwachen Familien bei der Anschaffung von Laptops und beim Ausbau digitaler Infrastruktur. Aber er appelliert auch deutlich an die Verantwortung der Schulträger: „Da sind Milliarden im Digitalpakt, und es fließt nichts ab.“

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Lars Christian Treusch, Regionalgeschäftsführer des DGB Nordbadeh, widmet sich der beruflichen Bildung, plädiert dafür, „die Betriebe in die Verantwortung zu nehmen“, kann sich auch „eine Ausbildungsumlage gut vorstellen“. Und er beklagt, dass Arbeitnehmer, die in ihren Unternehmen Betriebsräte gründen wollen, Nachteile erleiden, und dass immer mehr Arbeitsplätze aus der Tarifbindung herausfallen.

Scholz geht auf das politisch heiße Eisen „Ausbildungsumlage“ nicht ein, unterstützt aber den Schutz bei Betriebsratsbildung. Ein Gesetz dazu habe Arbeitsminister Hubertus Heil im Kabinett eingebracht, es hänge am Widerstand der Union.

Am Ende schließlich die wichtigen Worte: „Ich unterstütze Eure Kandidaten vor Ort“, sagt der Vizekanzler aus Berlin: „Ich sehe das Engagement, das dahinter steckt.“ Der Kandidat selbst macht den Knopf dran: „Wählen Sie Sebastian Cuny!“

Nach 60 Minuten erscheint ein rotes Rechteck: „Schön, dass Ihr zugeschaut habt!“ In der Spitze sind es, um 15.57 Uhr, exakt 60 Interessierte. Nur: Scholz vor Ort in Schriesheim – da wären es sicher mehr gewesen.

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