Nicht Feuer und Flamme

Konstantin Groß zum neuen Feuerwehrhaus in Altenbach

Von 
Konstantin Groß
Lesedauer: 

In Altenbach geht die Diskussion um einen neuen Standort für die Feuerwehr in die nächste Runde: Zur bislang vor allem verfolgten Lösung, das bestehende Domizil über die Hauptstraße hinweg zu erweitern, tritt nun die Idee, die Halle einer Baufirma abseits des Ortskerns zu nutzen.

AdUnit urban-intext1

Beide Varianten sind keine, für die man Feuer und Flamme sein kann. Jede hat ihre Vor- und Nachteile. Und nicht zuletzt sind beide Teil jenes politischen Scharmützels, das sich ihre Vertreter bereits seit Jahren liefern: der in Altenbach wohnende Fraktionschef der Grünen im Gemeinderat von Schriesheim, Christian Wolf, und der aus den Reihen der Freien Wähler stammende Ortsvorsteher Herbert Kraus.

Insofern tut die Politik gut daran, gerade hierbei jene zu hören, die das fachlich betrachten: die Feuerwehr. Ihr Votum ist eindeutig: Variante 1, wenn‘s sein muss, Variante 2 aber eher nicht.

Brandschutz vor Ort wichtig

Trotzdem ist es gut, dass die Freien Wähler jetzt eine Alternative aufzeigen. Denn Variante 1 ist wegen der Nachbarschaftsbedenken mit großen juristischen Risiken behaftet. Sollte sie scheitern, darf man nicht mit leeren Händen dastehen.

AdUnit urban-intext2

Denn dass in Altenbach ein Brandschutz vor Ort vorhanden bleiben muss, das ist unstrittig. Wie schnell Hilfe notwendig werden kann, hat der jüngste Brandfall am 17. Januar gezeigt. Man konnte froh sein, dass nicht noch Schlimmeres als vier verletzte Menschen und der traurige Tod einer Katze zu verbuchen war.

Natürlich ist es in Zeiten knapper Kassen – und die werden für die Kommunen kommen, wenn Corona irgendwann vorbei sein wird – verlockend, eine Kosten-Nutzen-Analyse aufzulegen: Sind die hohen Ausgaben gerechtfertigt angesichts der seltenen Einsätze gerade in einer Gemeinde mit nicht mal 2000 Einwohnern?

AdUnit urban-intext3

Doch diese Überlegungen sind falsch: Gerade in einem geografisch abgelegenen Odenwald-Ort wie Altenbach stoßen Fusionen von Wehren, die in der Fläche denkbar sind, an ihre Grenzen. Hier würde ökonomischer Nutzen zu Lasten der Sicherheit von Gesundheit gehen. So etwas darf aber nicht geschehen – nicht nur, wie aktuell, im Falle von Corona.

Autor