Schriesheim - Karl-Heinz Schulz erklärt den Rückzug von seinem ehrenamtlichen Wirken / Vor allem beim Mathaisemarkt engagiert Nach 24 Jahren endet eine Ära

Von 
Konstantin Groß
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Höhepunkt des öffentlichen Wirkens von Schulz: Seine Mitwirkung an der Aufführung des „Käthchen von Heilbronn“ auf der Strahlenburg im Jahre 2000. © Schwetasch

Viele Jahre lang ist er ehrenamtlich engagiert: vor allem für den Mathaisemarkt, aber auch für das Straßenfest und sogar über Schriesheim hinaus in der Werbung für seine Heimatstadt. Im Vorfeld der Marktausschuss-Sitzung am kommenden Donnerstagabend erklärt Altstadtrat Karl-Heinz Schulz in einem Brief an Bürgermeister Hansjörg Höfer nun jedoch seinen Rückzug vom ehrenamtlichen Engagement.

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Wer sein Wirken betrachtet, für den ist es kein Zufall, dass sein Geburtstag ab und an zeitlich auf den Mathaisemarkt fällt. Denn der Jubilar lebt für dieses große Fest, ja für die Tradition seiner Heimatstadt insgesamt; in deren Zentrum, in der Talstraße 98, wird er am 7. März 1944 in der Talstraße 98 geboren.

Seit den 1980er Jahren aktiv

Bereits in den 1980er Jahren beginnt der Zollbeamte sein Engagement im örtlichen Vereinsleben, zunächst im Männergesangverein „Eintracht“, in dem er lange singt. Auch die Städtepartnerschaft mit Uzès erlebt ihn 1984 als einen ihrer Gründerväter.

Das Amt, mit dem er jedoch über die Stadt hinaus bekannt wird, ist der Vorsitz im Verkehrsverein, den er 1997 übernimmt, als dieser sich in einer Krise befindet und manch anderer abwinkt. Und schon bald erweist sich seine Amtsübernahme als gute Wahl, ja als Glücksgriff. Denn es gelingt Schulz, den Verein zu einem starken Motor des geselligen Lebens in der Weinstadt zu entwickeln.

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Stadtfest und Jazz beim Straßenfest, Wein- und Rotweinwanderung, die schlagzeilenträchtigen „Käthchen“-Aufführungen und das Theaterstück zum Stadtjubiläum 2014 seien hier genannt. 1995 fällt ihm die Moderation beim Krönungsabend zu. Seit 2007 kommentiert er an der Volksbank auch den Festumzug und zusätzlich das Fanfarenzugtreffen.

Doch so wichtig das Feiern ist: Schulz kümmert sich nicht nur um Feste. Als Mitglied des Gemeinderates, dem er von 1994 bis 2014 immerhin zwei Jahrzehnte lang angehört, initiiert er unter anderem den Altstadtrundweg mit den Info-Tafeln – seither ein Alleinstellungsmerkmal der Stadt. Für eine wichtige Station, den kleinen Weinberg am Festplatz, nimmt er lange selbst die Pflege vor.

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All dieses Wirken bringt ihm, dem überzeugten Schriesemer, Erfüllung und Anerkennung, aber auch manche Enttäuschung. Und zuweilen gilt auch in diesem Fall, dass der Prophet im eigenen Land bei manchen nichts zählt – oder zumindest weniger, als er eigentlich verdient hätte. Mit der Zeit hinterlässt dies Spuren.

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2011 zieht Schulz sich von der Moderation des Krönungsabends zurück, 2015 vom Vorsitz des Verkehrsvereins. Nur die Festzug-Moderation macht er zunächst weiter.

Um für seine Stadt zu wirken, benötigt er ohnehin kein Amt, engagiert sich gerne auch hinter den Kulissen: Ob beim Krönungsabend Plätze anzuweisen, beim Straßenfest für den Bürgermeister die Präsente für die Ehrengäste vorzubereiten oder die Weinhoheiten zum Stadtteilfest in den Mannheimer Stadtteil Rheinau zu fahren sind – Schulz ist keine Aufgabe zu viel. „Viele meinen: hoffentlich noch lange!“, formuliert der „Mannheimer Morgen“ im Artikel zum 75. Geburtstag von Schulz im März diesen Jahres.

Doch nun ist mit allem Schluss: „Ich habe alle Arbeiten gerne getan“, schreibt er in einem Brief an Bürgermeister Hansjörg Höfer: „Aber ich denke, mit 75 Jahren und nach 24 Jahren Tätigkeit sollen Jüngere ran.“

Sein Dank gilt neben Höfer den Leuten von der Verwaltung, allen voran Dominik Morast und Kirstin Fontius, für die jahrelange Zusammenarbeit, „bei der auch freundschaftliche Beziehungen entstanden sind“, sowie Lothar Koch und seinen Männern vom Bauhof und Peter Bickel und seiner Gärtnerkolonne.

Doch es muss ja weitergehen: Am Donnerstagabend etwa stellt Bürgermeister Höfer die neuen Moderatorinnen des Krönungsabends vor.

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