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Schriesheim - Ortschaftsrat Altenbach beschließt neue Planung für Areal „Am Zehntberg“ – und einen zweiten Spielplatz

Mit abenteuerlicher Topografie

Von 
Martin Tangl
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Am Hang im Wohngebiet an der Unteren Kippstraße will der Altenbacher Ortschaftsrat einen Abenteuerspielplatz bauen. © Martin Tangl

Bürgermeister Hansjörg Höfer ahnt wohl schon, was da auf seinen Amtsnachfolger und den Schriesheimer Gemeinderat zukommt. Nachdem der Ortschaftsrat Altenbach nach mehr als zwei Jahren an Debatten und viel Streit am Montagabend eine veränderte Planung für den Spielplatz „Am Zehntberg“ endlich beschlossen hatte, setzten die Bürgervertreter aus dem Ortsteil einen zweiten Spielplatz am Eck der Unteren Kippstraße zur Blumenstraße auf die Agenda. Hier soll in schwieriger Topografie am Hang ein Abenteuerspielplatz entstehen. Höfer: „Ich begrüße den einmütigen Beschluss, schon für die Kinder. Der künftige Platz bringt aber sicher auch Lärmbelästigungen für die Anwohner mit sich.“

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Applaus von den Eltern

Für beide einstimmig gefassten Beschlüsse gab’s in der unter Corona-Bedingungen voll besetzten Altenbacher Mehrzweckhalle viel Applaus von den Eltern. „Jetzt stehen sogar zwei Spielplätze auf der Tagesordnung, es geht um die Kinder in Altenbach“, freute sich Marina Haas von der Elterninitiative. „Spielplätze sind extrem wichtig. Wir hoffen, dass jetzt endlich der Knoten platzt“, ergänzte Achim Küssel in der Bürger-Fragerunde.

Für das Areal „Am Zehntberg“ scheint das zu funktionieren, nachdem Planer Rolf Schwarz jetzt die vorgesehenen Spielgeräte allein auf städtischem Gelände platziert hat und die Kommune nicht mehr auf einen Teil zurückgreift, das einem Grundstücksnachbarn und Mitglied im Ortsbeirat gehört. „Es gab keine Einigung mit dem Eigentümer“, bedauerte Höfer. „Nachdem der Flächentausch nicht geklappt hat, ist uns doch noch die Quadratur des Kreises gelungen“, betonte Schwarz und stellte seine überarbeitete Planung vor. „Jetzt stehen uns nur noch 350 Quadratmeter zur Verfügung. Das ist extrem wenig – ein Drittel weniger, als die Norm für einen Spielplatz eigentlich vorschreibt“, erklärte der Fachmann vom Institut für Bewegungserziehung und Sport (ifbs) an der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe. Weil jetzt der Wasserspielbereich an den Hang verlegt werden kann, könnten alle vorgesehenen Objekte wie Turm, Schaukel, Trampolin und Sandspielbereich doch noch umgesetzt werden. „Aber es wird eng“, sagte Schwarz. Außerdem werde das Projekt durch die notwendigen Arbeiten am Hang und die dafür notwendigen Stützen um etwa eine fünfstellige Summe teurer. Bislang waren im städtischen Haushalt 160 000 Euro für den Spielplatz vorgesehen. Wenn alles normal läuft, so der Schriesheimer Schwarz, könnte eine Einweihung im Sommer 2022 erfolgen. Er warnte jedoch: „Der aktuelle Materialmangel betrifft auch die Spielplätze!“

Geschrumpfte Fläche

„Wir müssen damit leben, mit einem Geländetausch wäre alles einfacher gewesen. Auch die Kröte Verteuerung müssen wir schlucken“, seufzte Stadtrat Christian Wolf (Grüne Liste). Ortsbeirat Hermann Pröll (Freie Wähler): „Ich hätte mir mehr Freiraum gewünscht.“ Auch Karl Reidinger für die CDU bedauerte, „das die Fläche jetzt geschrumpft ist“. Er wie auch Ortsbeirätin Karin Malmberg-Weber (SPD) zollten jedoch Planer Schwarz „großen Respekt, dass jetzt doch noch eine optimale Lösung in neuen Grenzen gefunden werden konnte.“ Höfer geht nicht davon aus, dass nach den monatelangen Querelen mit dem benachbarten Grundstückseigentümer, der Einschaltung von Anwälten und vielen Gesprächen die Stadt in Sachen Spielplatz jetzt noch vor Gericht gehen müsse.

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Ganz in den Anfängen steht dagegen die Forderung des Ortsbeirats und der Eltern nach einem zweiten Spielplatz. Das Areal ist seit 1979 im Bebauungsplan als Spielplatz ausgewiesen. „Der ist notwendig, auf der anderen Seite von Altenbach, zentral im Ort“, begründete Ortsvorsteher Herbert Kraus den Antrag. „Das wird bestimmt nicht einfach und sicher teuer, ist aber kein Luxus für Altenbach“, betonte Heike Lukhaup (GL). Und Reidinger brach eine Lanze für die Kinder: „Kurze Wege für kurze Beine!“ Für das schwierige Gelände seien ganz neue Ideen gefragt, regte Karin Malmberg-Weber an. Sie und der Ortsbeirat hoffen jetzt, „dass Schriesheim bei den nächsten Haushaltsberatungen den Startknopf für einen zweiten Spielplatz in Altenbach drückt“.

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