Schriesheim - Mitgliederschwund bereitet den Sängern Sorge Liederkranz sucht Leute

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Gerlinde Gregor
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Wegen des Mitgliederrückgangs wurde bei der Jahreshauptversammlung über die Zukunft des Gesangsvereins nachgedacht. © Gregor

Von Gerlinde Gregor

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Den Schriesheimer Gesangsverein (GV) Liederkranz plagen große Sorgen. Grund ist die schwindende Mitgliederzahl, die Geschäftsführerin Charlotte Günther bei der letzten Jahreshauptversammlung mit aktuell 280 angab, davon 80 aktive Sänger in beiden Chören. „In den letzten zehn Jahren hat sich die Mitgliederzahl halbiert“, klagte der Vorsitzende Klaus Urban. „Wir müssen mit kleinen Schritten neue Wege beschreiten, sonst sind wir mit großen Schritten zur Tür raus“, beschrieb Günther die Lage, in der sich der Liederkranz derzeit befindet.

Sie befürchte, dass es im Bereich des Kinder- und Jugendchors weitere Austritte aufgrund von Ausbildung oder Studium geben werde. Der Vorstand will verstärkt auf Werbung setzen. Mehr Aktionen sollen in den Horten, den Kindergärten und Schulen gestartet werden. Klaus Urban berichtete, dass die Aktivitäten während des Wochenmarktes bei den Bürgern zwar auf Interesse stießen, jedoch kein einziges neues Mitglied geworben werden konnte.

Der Vorsitzende redete seinen Sängern ins Gewissen, sich verstärkt um neue Mitglieder zu bemühen. Als Argument gab er ihnen mit: „Singstunden machen Spaß, wir singen zeitgenössisch aber nicht übertrieben modern“. Er mahnte aber auch an, die Singstunden regelmäßig zu besuchen. „Wir müssen uns alle mehr mit der Liederkranzfamilie identifizieren“, forderte er, „nur eine Kontinuität bringt uns weiter“, lautete seine Botschaft.

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Mitglied Manfred Winter schlug vor, einen Krisenstab einzuberufen, der Ideen sammelt und diese dann nach Machbarkeit, zeitlichem Aufwand und Finanzierbarkeit auswertet. Die Ergebnisse würde man in der nächsten Versammlung vortragen. Dieser Vorschlag wurde von den Mitgliedern angenommen.

Martin Morast schlug indessen vor, die Werbekampagne am Wochenmarkt intensiver und besser ausgearbeitet zu gestalten – eventuell mit einem Programm. Als erster Schritt ist Ende März geplant, anhand eines Fragebogens von den Sängern ihre Zufriedenheit, ihre Liedvorstellungen aber auch Kritikpunkte zu erfahren. Was das Liedgut angeht, gab es in der Versammlung Stimmen, die sich vom Dirigenten wünschten, er möge neben modernen Liedern auch auf altes Liedgut zurückgreifen. So monierte eine Sängerin, dass es in einer 90-minütigen Singstunde doch auch möglich sei, wenigstens eine halbe Stunde für altes Liedgut einzuplanen.

Betzin lobt heutiges Niveau

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Er könne diesen Wunsch sehr gut verstehen, äußerte sich Jürgen Betzin, doch er gab zu bedenken, dass man bei den vor Jahren gesungenen Liedern wieder in die alte Technik falle. Er könne das mit alten Aufnahmen belegen: „Wenn ihr das hört, dann zieht es euch die Schuhe aus.“ Er erinnerte daran, dass man mit Chorleiter Thorsten Gedak eine Koryphäe gewinnen konnte. „Wir sind heute Lichtjahre besser“, so Betzin.

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Urbans Anregung, in den Pfingstferien auf Konzertreise zu gehen, schien auf wenig Gegenliebe zu stoßen. So wurde dieser Vorschlag auf die nächsten Singstunden verschoben. „Wir werden dann nochmals nach Interesse fragen. Falls die nötige Beteiligung fehlt, ist die Sache erledigt“, äußerte sich sichtlich enttäuscht der Vorsitzende.

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