Schriesheim - Kinderhaus bekommt neue Tarife Impfung erforderlich für Besuch

Von 
Stephanie Kuntermann
Lesedauer: 

Auch wenn es eine der kontroversesten Ortschaftsratssitzungen der letzten Zeit war – in einem Punkt stimmten die Altenbacher Räte mit der Verwaltung überein: Dass nämlich das bisherige System des Kinderhauses zu kompliziert war und dringend einer Vereinfachung bedurfte.

AdUnit urban-intext1

Einstimmig folgte das Gremium deshalb dem Vorschlag von Ortsvorsteher Herbert Kraus, aus den bisher 21 Tarifen nur noch acht zu machen. Einhellig war auch das Votum zu den Schließtagen, die von 29 auf 24 reduziert wurden. „Das sehen wir als äußerst sinnvoll an“, erklärte Carsten Junghans für die FW-Fraktion.

Masernschutzgesetz gilt

Während Karl Reidinger (CDU) auch den Masern-Impfschutz in der Einrichtung lobte, schieden sich gerade hier dann doch die Geister. SPD-Rätin Karin Malmberg-Weber kündigte an, sich enthalten zu wollen. „Ist denn die Impf-Pflicht überhaupt gesetzeskonform?“, wollte sie wissen und verwies auf ein aktuell noch laufendes Verfahren in dieser Frage. Ohnehin seien doch Mehrfach-Impfungen, die zum Schutz vor den Masern vorgenommen würden, immer ein erheblicher Eingriff in einen gesunden Körper.

„In dieser Frage bin ich absolut anderer Ansicht“, erklärte Mediziner Kraus und bekam Rückendeckung von Hauptamtsleiter Dominik Morast. Zwar laufe aktuell ein Normenkontrollverfahren, stimmte er zwar Malmberg-Weber zu. Trotzdem müsse sich die Verwaltung an geltendes Recht halten: „Wir würden die Benutzungsordnung dann ändern, wenn sich die Rechtslage ändert.“ So gilt derzeit das Masernschutzgesetz, das bei Aufnahme eines Kindes den Nachweis verlangt, dass es gegen die Krankheit geimpft oder immun ist. Notwendig ist nun auch eine ärztliche Impf-Beratung.