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Schriesheim - Bürgermeisterkandidatin Tuncer hat Kultusministerin Schopper zu Gast

Impfen, testen, filtern

Von 
Gerlinde Gregor
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Kultusministerin Theresa Schopper (l.) und Fadime Tuncer bei der Diskussion im Café Linde. © Gerlinde Gregor

Pandemie, Schulschließungen, Rückkehr zu einem normalen Unterricht oder besser eine Verlängerung des Homeschooling – das sind Fragen, die bei einer wieder steigenden Inzidenz Schüler, Eltern und Lehrer betreffen. Zu diesem Themenbereich referierte auf Einladung der Bürgermeisterkandidatin Fadime Tuncer die baden-württembergische Kultusministerin Theresa Schopper (beide Grüne).

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In ihrer Begrüßung wies Tuncer auf die Unsicherheit vieler Eltern hinsichtlich wieder steigender Inzidenzzahlen hin und auf den großen Anteil nicht geimpfter Personen, sei es bei Schülern oder Lehrkräften. Auf 45 Prozent bezifferte Kultusministerin Schopper die Zahl doppelt geimpfter Schüler, die mit der Impfung nicht nur sich selbst, sondern auch Freunde und Familien schützen. „Schule ist nicht nur Lern-, sondern auch Lebensraum“, bestätigte sie. Daher sei neben Impfungen und Tests auch Filteranlagen wichtig. „Diese Vorsichtmaßnahmen waren bislang ausreichend, so dass bislang keine Schule geschlossen werden musste“, betonte sie.

Die Frage aus dem Auditorium, wie viel Lehrpersonal bereits doppelt geimpft sei, beantwortete sie mit „90 Prozent“. Diese Regelung werde auch konsequent in der Altenbacher Grundschule umgesetzt, bestätigte die Schulleiterin Anja Münster- Doubravsky, die aber gleichzeitig über die hohe Bürokratie klagte und nach einer Entlastung fragte. „Man wird von der Digitalisierung erschlagen“. Ihre Kritik ging dahin, dass Kinder zu lange vor dem Monitor sitzen und zu wenig Bewegung haben. „Wir wollen aber das Gegenteil“.

Die Impfskeptiker überzeugen

Die Diskussion ging zur Problematik über, wie man mehr Impfskeptiker – gerade in den Berufsschulen – überzeugen könne. Altgemeinderätin Gisela Reinhard sprach sich für mobile Impfzentren und niederschwellige Angebote aus wie auch für eine verstärkte Aufklärung im Unterricht, die von Krankenschwestern oder Ärzten durchgeführt werden könne. „An den Berufsschulen sind zum größten Teil Volljährige, die sich selbst für eine Impfung entscheiden können“, so Reinhard. Hier würden Fehlinformationen die Runde machen und die Schüler verunsichern, daher sei eine professionelle Aufklärung wichtig.

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Die Ministerin sprach von einer Verzerrung, finde man in den Oberstufen der Gymnasien doch teilweise dreifach Durchgeimpfte. „Da ist alles paletti.“ Sie regte an, den Druck auf die Impfmuffel zu erhöhen: „Da wird das gesellschaftliche Leben eingeschränkt, und da gibt es halt auch keine Schülerausweise mehr.“

Zu wenig Lehrer

Einiger Diskussionsbedarf bestand auch beim Thema Lehrermangel und der Forderung nach einer Aufstockung. Es fehlten immer noch Lehrer, wurde Kritik laut. Ein Grund möge wohl in der schlechten Bezahlung liegen, verdienten doch etwa Naturwissenschaftler in der Wirtschaft wesentlich mehr Geld, warf aus dem Auditorium Michael Haug ein. Und von einer geringen Wertschätzung dem Lehrerberuf gegenüber sprach Gisela Reinhard.

Die Kultusministerin bestätigte den Lehrermangel an den Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen. Sie sprach allerdings auch von einem „Umbruch“ im Schulsystem. So habe die Corona-Pandemie das digitale Zeitalter an den Schulen – etwa mit Videokonferenzen – eingeläutet. „Es wird kein zurück mehr ins Kreidezeitalter geben“, prognostizierte Schopper.

Freie Autorin

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