Schriesheim - Retter wählen Friedrich-Hauss-Studienzentrum für ihre Jahresübung / Insgesamt rund 50 Helfer im Einsatz Feuerwehr trainiert in der Altstadt den Ernstfall

Von 
Gerlinde Gregor
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Feuerwehrleute bergen bei ihrer Übung im Studienzentrum eine Person. Die Bauweise des Gebäudes sei eine Herausforderung gewesen, so die Beteiligten. © Gregor

Es ist ein Notfall, von dem jeder hofft, dass er nie eintritt: Doch nur wer ihn regelmäßig übt, ist auch gerüstet und kann gezielt helfen. In diesem Jahr hat die Schriesheimer Feuerwehr für ihre Jahresübung das Friedrich-Hauss-Studienzentrum in der Schriesheimer Altstadt gewählt.

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Das Gebäude ist wegen seiner verwinkelten und verbauten Architektur im Hinterhof eine Herausforderung. Doch schon bei der Anfahrt können Probleme auftreten. Der Grund: Die Heidelberger Straße ist eine Einbahnstraße, aber mit Autos zugeparkt. Normale Feuerwehrfahrzeuge kommen noch durch, Autos mit Drehleiter schon nicht mehr.

Bei der diesjährigen Übung waren acht Fahrzeuge und 45 Menschen, unterstützt von den Wehren aus Altenbach und Ursenbach, dabei. Sie wurden unterstützt von zwei Fahrzeugen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) und sechs weiteren Helfern.

Simuliert wurde ein Zimmerbrand im zweiten Obergeschoss, ausgelöst durch einen defekten Computer. Das Szenario ging zudem von mehreren verletzten Personen aus. Gegen 16 Uhr ging der Notruf ein – innerhalb von Minuten setzten sich die Fahrzeuge in Bewegung. Die erste Information war, dass sich vier Personen noch im Gebäude befinden, die aber wegen starken Rauchs nicht mehr das Gebäude verlassen konnten. Der Fluchtweg war versperrt, sie saßen in der Falle.

Personen haben Priorität

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Das Haus wurde von zwei Seiten angefahren. Während das Drehleiterfahrzeug sich zum hinteren Teil des Studienhauses über die Bahnhofstraße machte, nahmen die anderen Einsatzfahrzeuge den Weg über die Heidelberger Straße, die von den Einsatzfahrzeugen der Polizei abgesperrt wurde.

Einsatzleiter Mike Markmann hatte sich schnell den Überblick verschafft. Vor dem Löschen des Zimmerbrands mit seiner enormen Rauchentwicklung, die bereits die gesamte zweite Etage eingenommen hatte, galt es, die verletzten Personen zu finden und sie dem DRK zu übergeben. Nur mit schweren Atemschutzgerätschaften ging es über das Treppenhaus in die zweite Etage, deren Ausgangstür erst abgedichtet wurde, bevor sich die Helfer kriechend durch den verrauchten Gang Millimeter für Millimeter vorschoben, um die verletzten Personen zu bergen.

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Zwei weitere Personen, die noch in einem Raum eingeschlossen waren, wurden von der Rückseite her über die Drehleiter aus dem Gebäude geholt. Nach 42 Minuten waren der Brand gelöscht und die verletzten Personen versorgt. Feuerwehrkommandant Oliver Scherer zeigte sich mit der Übung sehr zufrieden. „Dieses Objekt inmitten der Altstadt mit seinen vielen Umbauten war allerdings schon eine Herausforderung“, sagte er, „ein schwieriges Objekt, das sehr gut gemeistert wurde.“ Kreisunterführer Roy Bergdoll nannte das verwinkelte und verbaute Objekt hochinteressant. „Hut ab“, lobte er die Kameraden.

Ein kleiner Kritikpunkt

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Sie seien in der Planung taktisch an die Aufgabe herangegangen. „Die Übung ist sehr gut gelaufen“, fasste er zusammen. Doch einen Kritikpunkt gab es noch. Es habe etwas zu wenig Schlauchmaterial gegeben. Bergdoll war allerdings wichtig zu betonen, dass dies in keiner Weise den Einsatz gefährdet hätte.

Auch Bürgermeister Hansjörg Höfer, der als Zuschauer bei der Übung dabei war, dankte den Feuerwehr-Kameraden für ihre „uneigennützigen“ Einsätze rund um die Uhr für die Schriesheimer Bürger. „Bei solchen Kameraden können die Bürger beruhigt schlafen.

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