Schriesheim - Ulrike von Eicke und Polwitz einstimmig zur neuen Vorsitzenden im Stadtverband der Liberalen gewählt FDP-Vorstand wird weiblicher

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Gerlinde Gregor
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In Amt und Würden (v. l.): Ruhangiz Ruzbehi, Wolfgang Renkenberger, Ursula Renner, Ulrike von Eicke und Polwitz, Nathalie Schuhmacher-Grauer, Birgit Arnold. © Gregor

Nach zehn Jahren gibt Ingo Kuntermann seinen Vorsitz im Schriesheimer Ortsverband der FDP auf und will sich in die zweite Reihe zurückziehen. Zu seiner Nachfolgerin gewählt wurde Stadträtin Ulrike von Eicke und Polwitz.

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In seinem letzten Rechenschaftsbericht legte Kuntermann den Schwerpunkt auf viele erfolgreiche Aktivitäten und erinnerte an die Ziele, die sich der Vorstand 2009 steckte: Einiges, erklärte er, habe letztendlich auch in die Realität umgesetzt werden können. Einer seiner größten Erfolge war es, einen zweiten Sitz im Gemeinderat zu erlangen, außerdem den Mitgliederstand von zwischenzeitlich acht auf 25 zu steigern, das Kinderferienprogramm zu etablieren und den Stadtverband aus den tiefroten Zahlen zu holen.

Initiative für Neubürger

Erfolgreich war auch ein von ihm formulierter Antrag im Gemeinderat, der sich bis jetzt auswirkt, ging doch auf die FDP die Begrüßung der Neubürger zurück; unlängst wurden erst wieder neu Eingebürgerte per Handschlag symbolisch in die Gemeinde aufgenommen. „Wir haben lange darum gekämpft“, so der scheidende Vorsitzende.

Aufwind und neue Mitglieder bekam der Ortsverband durch die regelmäßig veranstalteten „Liberalen Runden“; über die Jahre kamen 65 dieser Veranstaltungen zusammen. Es sei Kuntermann immer gelungen, Spitzenpolitiker zu holen oder auch solche, deren Karrieren später noch Fahrt aufnehmen sollten, erinnerte sich Stadtrat Wolfgang Renkenberger in seiner Laudatio: „Er hat die Veranstaltungen langfristig geplant und konnte prominente Politiker zu aktuellen Themen gewinnen.“

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Er blickte zurück auf die Ära vor Kuntermann. Nach dem Rückzug von Peter Hemberger habe es für die Schriesheimer Liberalen nicht gerade rosig ausgesehen: „Da hieß es: Wen soll ich fragen.“ Dass er auf das damalige Neu-Mitglied Kuntermann zuging, empfinde er heute als Glücksfall. Dieser habe „sofort in die Hände gespuckt“ und sich aktiv im Bundestagswahlkampf eingebracht. „Auch wenn wir nicht immer einer Meinung waren, haben wir uns doch stets ergänzt“, so Renkenberger.

Lob und Anerkennung gab es ebenfalls vom Kreisverbandsvorsitzenden Dietrich Herold: Hinter Kuntermanns politischer Arbeit habe immer eine Portion Kreativität, Beharrlichkeit, Durchsetzungsvermögen und viel Herzblut gesteckt.

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Bei der anschließenden Wahl seiner Nachfolgerin herrschte große Einigkeit: Von Eicke wurde einstimmig gewählt. Birgit Arnold, ehemals Mitglied im Landtag, gratulierte ihr und dankte ihr für den Mut, in diese „großen Fußstapfen“ zu treten.

Eine liberale Sicht

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Als Motivation, sich zur Wahl zu stellen, nannte die neu gewählte Vorsitzende Unzufriedenheit, Beschwerden und auch die „Verbotspolitik“. Da gelte es nicht zu lamentieren, sondern zuzupacken und Verantwortung zu übernehmen. Über konträre Themen müsse man konstruktiv und rational diskutieren, auch mit dem politischen Gegner, forderte sie. Eines ihrer Ziele sei es, die Mitgliederzahl stabil zu halten oder sie sogar zu erhöhen. „Wir müssen uns alle für eine liberale Sicht in Schriesheim einbringen“, appellierte sie an die Mitglieder für Vielfalt.

Wolfgang Renkenberger wurde bei einer Gegenstimme Zweiter Vorsitzender. Ebenfalls ein Nein, ansonsten Zustimmung, gab es zur Wiederwahl von Schatzmeister Karsten Topolar. Beisitzer wurden Nathalie Schuhmacher-Grauer, Hans Rensland sowie das Neu-Mitglied Ursula Renner; Arnold und Ruhangiz Ruzbehi wurden Kassenprüferinnen.

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