Schriesheim - Stadt will Mathaisemarkt „wie vorgesehen“ stattfinden lassen / Entwicklung der Neuinfektionen weiter beobachten „Die Lage kann sich von Stunde zu Stunde ändern“

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Stephanie Kuntermann
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Noch ist es nicht ganz fertig: Dem Riesenrad des Mathaisemarkts fehlen am Montagvormittag noch einige Gondeln. © kuntermann

Am Morgen scheint die Sonne über dem Festplatz im Herzen der Weinstadt; ein paar Laster parken an der Straße, hin und wieder sind Männer in Arbeitsmontur zu sehen – von der sonst üblichen Betriebsamkeit im Vorfeld des Mathaisemarkts ist aber nicht viel zu spüren.

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Eine Frau geht mit ihrem Kind spazieren. Der Kleine erkundigt sich nach dem Volksfest, und die Mutter bringt es auf den Punkt: „Die Männer wissen noch nicht so recht, ob sie weiter aufbauen oder alles wieder einpacken sollen.“

Starten oder absagen? Angesichts der Fälle von Coronavirus im Land ist das eine Frage, die Einwohner und Schausteller gleichermaßen umtreibt. Eine – vorläufige – Klärung bringt am späten Nachmittag die Konferenz, die Bürgermeister Hansjörg Höfer im Rathaus angesetzt hat. Wenig später gibt er eine Pressemeldung heraus: „Nach aktuellem Stand findet der Mathaisemarkt 2020 wie vorgesehen statt“, heißt es darin. Allerdings, wird eingeschränkt, müsse „natürlich die weitere Entwicklung der Neuinfektionen mit dem Virus im Rhein-Neckar-Kreis beobachtet werden.“ Sollten übergeordnete Behörden konkrete Handlungsempfehlungen aussprechen, werde die Verwaltung „die Lage neu beurteilen und gegebenenfalls über weitere Maßnahmen entscheiden.“

Vertreter von Verwaltung und Freiwilliger Feuerwehr kamen zu dem Treffen; Feuerwehrkommandant Oliver Scherer bilanziert: „Wir waren uns relativ schnell einig.“ Die Runde sprach sich dagegen aus, einzelne Veranstaltungen wie den Altenfrühschoppen abzusagen und andere stattfinden zu lassen, erklärt er: „Konsequenterweise muss man alle gleich behandeln.“

Vorsichtiger Optimismus

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Damit ist die Situation geklärt – jedenfalls vorläufig. Ob diese Lösung Bestand hat, weiß man auch beim Bund der Selbstständigen (BdS) nicht. So sagt Vorsitzender Rolf W. Edelmann im Gespräch mit dieser Redaktion: „Die Lage kann sich von Stunde zu Stunde ändern.“

Viele Aussteller würden sich erkundigen, ob der Mathaisemarkt stattfinde oder nicht. Edelmann fährt jedenfalls derzeit fort mit den Vorbereitungen: An diesem Montag kümmern sich die Elektriker im BdS-Zelt um die Verkabelung der Stände. Am Mittwochmorgen, erklärt er, beginne der Aufbau der Stände. Sollte das Volksfest nun doch abgesagt werden, spricht er sich dafür aus, eine Absage möglichst vor Mittwochfrüh publik zu machen. Bleibt die Unsicherheit, wie viele Menschen dann letztlich zum Feiern in die Weinstadt kommen. Gerade für die Gastronomen sei das ein Problem,sagt der Vorsitzende: „Es kann sein, dass man auf 1000 Bratwürsten sitzenbleibt. Das ist eine blöde Situation.“ Scherer wagt am Ende ein bisschen Optimismus: „Wer weiß, vielleicht ist das Virus so schnell wieder weg, wie es gekommen ist. Lassen wir uns überraschen.“

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