Schriesheim - Ärztehaus DokTor macht Corona-Schnelltests

Bis zu 400 Tests pro Tag

Von 
tge
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Symbolbild. © Ole Spata

Auch die Ärzte im Schriesheimer Ärztehaus DokTor haben in ihrem Schnelltestzentrum bisher keine Anfeindungen von Kunden erhalten. Das teilte der ärztliche Leiter Kai Wachter mit. Er reagierte damit auf eine Anfrage dieser Redaktion, die eine Umfrage unter einigen Testzentren zwischen Neckar und Bergstraße gestartet hatte. Einzelne Betreiber haben aber vermehrt mit ungeduldigen Kundinnen und Kunden zu kämpfen (wir berichteten).

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Im Schriesheimer Ärztehaus würden aktuell 200 bis 400 Abstriche pro Tag gemacht, teilte Wachter mit. Man arbeite mit angestellten Mitarbeitern (Teilzeit oder Vollzeit). Deren Gehalt liege durchgehend bei 17,50 Euro pro Stunde. Die für das Zentrum anfallenden Kosten setzen sich aus deutlich mehr als Personalkosten zusammen, betont Wachter. Er nennt Ausgaben für Desinfektion, Schutzkleidung, Software, Raummiete, Testkosten, Autos, Versicherung der Angestellten und Steuerberater. Aktuell gehe man von acht bis zehn Euro Kosten je Test aus.

„Da wir nicht primär gewinnoptimiert arbeiten, gehen hier sicherlich auch noch zwei bis drei Euro weniger Kostenanteil. Allerdings sinken dann Zufriedenheit, Qualität und Freude am Arbeiten“, sagt Wachter. Wachter betont, dass auf den möglichen Gewinn noch Steuern gezahlt werden müssten.

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Aktuell können sich Testzentren die Beschaffungskosten für Testkits und 12 Euro an weiteren Kosten (Raummiete, Software, Schutzkleidung usw.) erstatten lassen. Es gibt Pläne des Bundesgesundheitsministeriums, diesen Betrag auf bis zu acht Euro zu senken. „Sinkende Testbezahlung“ könnte ein Grund dafür sein, den Betrieb als Schnelltestzentrum einzustellen, sagt Wachter.

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Doch auch, wenn weniger Kunden kämen (unter 100 am Tag), wäre das ein Grund für ein Ende des Testzentrumsbetriebs. „Gerne würden wir hoffen, dass ab Ende Juli kein Testzentrum mehr erforderlich wäre“, so Wachter. 

Thema : Coronavirus

  • Bergstraße Wochenende ohne neuen Fälle

    Im Kreis Bergstraße sind am Sonntag den zweiten Tag in Folge keine neuen Corona-Fälle gemeldet worden, wie Landrat Christian Engelhardt am Abend mitteilte. Auch weitere Todesfälle wurden nicht bekannt. Insgesamt sind bisher 11 076 Infektionen festgestellt worden. Vier Patienten mit einer bestätigten Infektion liegen in den Kliniken. Zur aktuellen Gesamtzahl der Infizierten und zu den von Corona-Fällen betroffenen Einrichtungen machte der Landrat keine Angaben. Das Berliner Robert-Koch-Institut (RKI) hat für Sonntag eine Inzidenz von 4,4 für den Kreis Bergstraße ermittelt. Am Montag wird dieser Wert weiter leicht sinken. Am Samstag hatte die Inzidenz für den Kreis noch 5,2 betragen. Laut Deutscher Interdisziplinärer Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind im Kreis Bergstraße von 41 verfügbaren Intensivbetten in den Kliniken 31 Betten belegt. An Covid-19 erkrankte Patienten, die eine intensivmedizinische Behandlung benötigen, gibt es derzeit nicht . {element} In Hessen ist die Corona-Inzidenz laut Robert-Koch-Institut am Sonntag landesweit auf 10,0 gesunken. Am Samstag hatte der Wert bei 11,4 gelegen. 67 Neuinfektionen wurden bis Sonntagmorgen registriert. Vier weitere Menschen sind mit oder an dem Virus gestorben. Damit erhöhte sich die Zahl der Toten im Bundesland auf 7468. {furtherread} Der Berliner Virologe Christian Drosten und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) haben eindringlich vor der Delta-Variante des Corona-Virus und einer möglichen vierten Welle gewarnt. „Ich bin mittlerweile so weit, dass ich sage, wir sind hier jetzt im Rennen in Deutschland mit der Delta-Variante“, sagte Drosten auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin. „Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen.“ Söder warnte, die zuerst in Indien bekanntgewordene Variante werde in drei bis vier Wochen in Deutschland dominierend sein. Das RKI geht davon aus, dass Infektionen mit der Delta-Variante zu schwereren Krankheitsverläufen führen könnten. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium die Normung einer Infektionsschutzmaske beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen soll. Mehrere Feiern eskaliert In mehreren Städten ist es am Wochenende wieder zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Feiernden gekommen. In Freiburg versammelten bis zu 1000 Menschen. Beamte seien mit Flaschen beworfen und verletzt worden. Auch in Karlsruhe, Augsburg und Hamburg kam es zu Angriffen auf Polizisten, als diese Feiern in Parks und auf Plätzen auflösen wollen. tm/red/dpa

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  • Thema des Tages Sorge vor der Delta-Variante

    Trotz der entspannten Corona-Lage in Deutschland haben Wissenschaftler, Ärzte und Politiker für Vorsicht in der Pandemie geworben. Durch die ansteckendere Variante Delta könne sich das Virus wieder verbreiten, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, am Freitag. Diese Entwicklung könne vor allem Ungeimpfte und erst einmal Geimpfte treffen. „Das dürfen wir einfach nicht riskieren.“ Auch bei niedrigen Inzidenzen sei deshalb ein behutsames Öffnen in kleinen Schritten nötig. Durch Impfungen, Masketragen in Innenräumen und Abstandhalten könnten wiedergewonnene Freiheiten erhalten bleiben. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn warb für Vorsicht, vor allem in der Reisezeit. „Das kann ein guter Sommer werden“, sagte der CDU-Politiker. Es gebe Anlass zur Zuversicht. Aber vor allem, wenn alle aufmerksam blieben. Lockerungen sollten bei steigenden Sieben-Tage-Inzidenzen deshalb regional wieder zurückgenommen werden. Und zwar nicht erst bei einem Wert von 50, betonte Spahn, „sondern früher“. Impfen schreitet voran {element} Bundesweit ist die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in Deutschland binnen sieben Tagen nach den jüngsten RKI-Zahlen weiter gesunken – auf aktuell 10,3. Zu den Erfolgen in der Pandemiebekämpfung rechnet Spahn auch die Fortschritte beim Impfen. Jeder zweite Bürger in Deutschland habe mindestens eine Spritze bekommen, fast ein Drittel (29,6 Prozent) seien vollständig geimpft. {furtherread} „Das Virus ist nicht verschwunden. Lassen Sie uns die Erfolge nicht leichtfertig verspielen“, sagte Wieler. „Lassen Sie uns auch die wiedergewonnene Freiheit erhalten, indem sich immer mehr Menschen vollständig impfen lassen.“ Noch kursiere die Delta-Variante auf niedrigem Niveau (rund sechs Prozent) in Deutschland. Es sei jedoch nicht die Frage, ob Delta das Infektionsgeschehen in Deutschland dominiere, sondern wann, ergänzte er. Im Herbst werde es wieder zu mehr Neuinfektionen kommen, sagte Wieler. Und im Moment sei die Hälfte der deutschen Bevölkerung noch nicht ausreichend durch Impfungen geschützt. Dafür müsste es 80 Prozent vollständig immunisierte Bundesbürger geben. In Mannheim sind bis Donnerstagabend 220 869 Impfungen durchgeführt worden. Nach Angaben der Stadt handelt es sich um 134 665 Erst- und um 86 204 Zweitimpfungen, die im Impfzentrum und von den mobilen Impfteams verabreicht wurden. Dem Gesundheitsamt wurden am Freitag (bis 16 Uhr) sieben neue Fälle einer nachgewiesenen Corona-Infektion gemeldet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt – auf Basis der von der Stadt gemeldeten Zahlen – bei 14,5. Am vergangenen Freitag lag sie noch bei 20,9. cs/dpa

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    Wer als Gastronom in Mannheim seinen Gästen im Außenbereich EM-Spiele zeigen will, muss einen Antrag stellen. Das sorgte bei vielen Wirten für Frust. Am Freitag lenkte die Stadt ein. Besser sind die Regeln trotzdem nicht.

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