Schriesheim - Ortschaftsrat Altenbach fordert zusätzliches Gutachten / Bürgermeister warnt vor Kosten Auf der Suche nach dem Feuerwehr-Domizil

Von 
Martin Tangl
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Externes Gutachten oder nicht? Ein mögliches neues Domizil für die Freiwillige Feuer-wehr löst eine lange Debatte im Altenbacher Ortschaftsrat aus. © Martin Tangl

Schriesheim. „Mich wundert, dass in Altenbach alles so kompliziert und unprofessionell läuft“, kritisierte Christian Wolf, Fraktionschef der Grünen Liste im Ortschaftsrat und im Gemeinderat. Gerade war in der Sitzung des Ortschaftsrates das Hickhack zur Neugestaltung des Spielplatzes „Am Zehntberg“ über die Bühne gegangen (wir berichteten), da stritt er sich in der Mehrzweckhalle des Schriesheimer Ortsteils erneut, diesmal um eine Alternative für ein neues Domizil der Freiwilligen Feuerwehr.

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Einhellige Meinung im Saal: „Wir brauchen dringend ein Gebäude für die Freiwillige Feuerwehr!“ Und natürlich stehe man voll hinter den Floriansjüngern. Doch die hatten nach einer Begehung mit den Freien Wählern/Altenbacher Liste (FW/AL) die Gebäude einer Baufirma abgelehnt, die von der Gruppierung als Alternative zu den bisher verfolgten Plänen einer Unterbringung in der Hauptstraße 28 ins Gespräch gebracht worden war (wir berichteten).

Trotzdem forderte FW-Rat Carsten Junghans in einem Antrag ein zusätzliches Gutachten eines Architekten oder Bauingenieurs, das die Betriebsgebäude der Firma Bernd noch einmal auf seine Tauglichkeit überprüfen soll.

Wichtige Fachkenntnis

„Ich schlage mich auf die Seite der Feuerwehr, die verstehen ihr Handwerk, auf deren Fachkenntnis können wir uns verlassen“, konterte Bürgermeister Hansjörg Höfer. Außerdem koste so ein unabhängiges Gutachten mindestens 25 000 bis 30 000 Euro, „Und was sollen wir untersuchen?“, fragte sich Höfer.

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„Zu klein, zu niedrig, nicht nutzbar. Ein Umzug in die Hallen verschlechtere die Lage der Rettungskräfte in vielen Bereichen“, so habe die Altenbacher Feuerwehr das Alternativ-Objekt beurteilt und sich eindeutig gegen das Bernd-Areal ausgesprochen, berichtete Christian Wolf, da könne ein Bauingenieur auch nicht mehr viel machen.

Ingenieurbüro soll prüfen

Er sehe in der Hauptstraße 28 eine mögliche Lösung, „auch wenn sie sicher nicht optimal ist“. Sein Vorschlag: Der Ortschaftsrat solle gemeinsam mit der Feuerwehr die Standortfrage noch einmal erörtern und die Frage klären „Macht ein Bauingenieur überhaupt Sinn?“ Auch Höfer plädierte für dieses Vorgehen, „sich erstmal mit der Feuerwehr zusammenzusetzen“.

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„Die Hauptstraße 28 bleibt uns ja, aber so hätten wir zwei Möglichkeiten“, betonte Carsten Junghans zur Begründung des Antrags. „Die Anmietung der Betriebshallen ist eine überlegenswerte Variante“, signalisierte Karl Reidinger (CDU) Zustimmung für ein zusätzliches Gutachten. Natürlich sei ihm die Meinung der Feuerwehr wichtig, aber vielleicht könne auch ein Fachbüro eingeschaltet werden.

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Auch seine Kollegin Karin Malmberg-Weber betonte: „Niemand ist gegen die Feuerwehr, aber wir müssen doch nach einer optimalen Lösung suchen, die momentane Situation ist nicht tragbar.“

Kurz vor 22 Uhr dann der Beschluss: Das Bauamt der Stadt Schriesheim soll nun zeitnah ein unabhängiges Ingenieurbüro beauftragen, um eine mögliche Nutzung des Betriebsgebäudes des Bauunternehmers zu prüfen.