Abwarten und Wein trinken

Konstantin Groß sieht keinen Zeitdruck für eine Entscheidung

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Konstantin Groß
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Um es gleich zu sagen: Natürlich haben die Menschen in unserem Land und damit in Schriesheim wichtigere Probleme; viele kämpfen ums wirtschaftliche Überleben, manche sogar ums physische. Und trotzdem sind Schriesheims Weinhoheiten ein Thema, das nicht wenige Menschen bewegt: Es geht um den Lebenstraum dreier Mädchen, der am Zerplatzen ist.

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2020 haben die drei nur einen halben Mathaisemarkt und – trotz zweiter Amtszeit – 2021 gar keinen. Weinfeste in der Region, ein weiteres Herzstück ihrer Aktivitäten, gab es 2020 ebenfalls keine. Auch für 2021 sieht es trüb aus. Die Impfung soll bis September laufen – wenn alles klappt. Es bleiben also zwei, drei Monate für Auftritte, im Winter. Klar, dass die die Frage aufkommt: Können sie nicht 2022 weiter regieren?

Bei der Winzergenossenschaft, deren Gremien dies entscheiden, reagiert man darauf zunehmend genervt. Und das ist verständlich. Denn die Verantwortlichen um Karlheinz Spieß und Winfried Krämer haben derzeit wahrlich andere Sorgen.

Wichtigere Probleme

Schon vor Corona hatte die WG große wirtschaftliche Probleme. Durch den Lockdown der Gastronomie und den Wegfall sämtlicher Festivitäten ist ihr Absatz zu einem Großteil weggebrochen. Das geht an die Substanz bis hin zur Frage der weiteren Selbstständigkeit. Da hat man anderes im Kopf als Zeremonienelles.

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Auf der anderen Seite drei Mädchen, aufgewachsen in einer traditionsreichen Weinstadt mit deren Brauchtum und dem Traum und schließlich der Gelegenheit, Weinprinzessin oder gar Weinkönigin zu werden. Doch mit den Kronen kommt Corona. Der Traum zerplatzt. Dennoch will man ihn irgendwie retten.

Für die Weinhoheiten spricht, dass sie selbst die jetzige Debatte nicht losgetreten haben. Sie kam durch die Öffentlichkeit auf sie zu. Nun sind viele gezwungen, Stellung zu beziehen – wie ich meine, ohne jeden Grund.

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Denn die zweite Runde ihrer Amtszeit hat noch gar nicht be-gonnen, sie läuft von März 2021 bis März 2022. Es besteht überhaupt kein Zeitdruck. Noch Ende des Jahres kann entschieden werden, wie es weitergeht. Bis dahin heißt es Schriesheim-gemäß: Abwarten und Wein trinken.

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