Übrigens Übrigens zum Umgang mit wählerischen Vögeln

Von 
Roger Scholl
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… hatten wir uns neulich an dieser Stelle darüber beklagt, dass die Vögel aus unserer Nachbarschaft mit konstanter Hartnäckigkeit die Nahrungsaufnahme verweigert hatten – zumindest an dem von uns aufgestellten Futter-Häuschen. Unsere zeitungsöffentliche Klage über diese Verweigerungshaltung bewegte nachfolgend etliche liebe Menschen dazu, uns zu schreiben. Dafür möchten wir uns hiermit in der allerherzlichsten Form bedanken. Die Schreiber gaben uns so manchen Tipp, und alle forderten uns eindringlich dazu auf, Geduld zu haben mit den Gefiederten, ihnen also Zeit zu lassen, sich an das neue Futterhaus zu gewöhnen. Schließlich, so stand in einem Schreiben zu lesen, fremdle ja auch der Mensch oft, wenn es um neue Immobilien gehe, und entwickle eine gewisse Scheu vor einem ihm unbekannten Nahrungsangebot („Was de Bauer … ähm, de Voggl ned kennd, frissd er ned“). Ratschläge, die wir samt und sonders berücksichtigten und auf handelsübliche Kost eines bekannten deutschen Markenherstellers umstellten. Nun, lange Rede, kurzer Sinn: Die Tiere haben ihr anfängliches Zögern überwunden, sie picken jetzt mit großem Appetit in dem, was wir anzubieten haben. So viele Finken, Meisen, Spatzen und Amseln – und sogar ein Kleiber – haben unser Häuschen inzwischen besucht, dass wir das Zählen längst aufgegeben haben. Was wir daraus lernen? Tja, dass es sich lohnt, geduldig zu sein. Und dass man zumindest lieben Gästen immer genau das vorsetzen sollte, was sie gerne essen. Sonst pfeifen sie auf uns. Roger Scholl

Redaktion Lokalredaktion, Koordinator Stadtteilseiten