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Von 
Christian Schall
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… fühlten wir uns neulich beim Einkauf in eine längst vergangene Zeit versetzt. Wir griffen bei einem Angebot von Äpfeln zu, waren aber beim Lesen der Sorte „Gloster“ etwas verdutzt. Der Name klang irgendwie bekannt, und wir erinnerten uns vage, die Sorte schon mal gegessen zu haben. Ob sie aber süß oder sauer schmeckte, fest oder mürbe war – daran hatten wir keine Erinnerung mehr. Unser erster Eindruck täuschte nicht. Eine Recherche im Internet, bei Wikipedia, ergab: „Im Großhandel hat diese Apfelsorte heute praktisch keine Bedeutung mehr, sie wird jedoch nicht selten in Bioläden verkauft.“ Da wir dort selten einkaufen, muss es wirklich lange zurückliegen, dass wir einen „Gloster“ gegessen haben. Es muss zu der Zeit gewesen sein, als wir dieses und andere Lebensmittel noch im HL-Markt, bei Esbella oder Wertkauf einkauften. Das Auto wurde bei Dea getankt, Negativfilme ließ man auf den Planken bei Phora entwickeln, für Tonträger wurde das Medienhaus Prinz angesteuert, und bei den großen Kaufhäusern hatte man zusätzlich die Wahl zwischen Hertie und Horten. Mode und Sportausrüstung gab es auch noch bei Mages, Bett- und Tischwäsche bei Roll und Möbel bei Unger oder Franz. Junge Leser werden mit den aufgezählten Geschäften nichts mehr anfangen können. Wie auch, wenn sie zum Teil seit vielen Jahren vom Markt verschwunden sind. Die Gründe dafür sind unterschiedlich, und die Liste könnte man noch weiter ergänzen. Wir hoffen derweil, dass das nicht das Coronavirus erledigt und viele weitere Handelsmarken und -ketten für immer verschwinden lässt. Denn auf eine Rückkehr wie bei der Apfelsorte, die übrigens sehr zu empfehlen ist, kann man leider nicht hoffen. Christian Schall

Redaktion Redakteur in der Lokalredaktion Mannheim