Innenstadt - CDU-Gemeinderatsfraktion fordert gefahrlosen Zugang zu den Energieanschlüssen für Markthändler

Strom nur mit Hilfe einer Leiter

Von 
Bernhard Haas
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Christine Igel (v.l.), Anna Spilger, Ralf Ziesling, Thomas Sprengel, Furkan Özdemir, Claudius Kranz, Wolfgang Ockert, Martina Herddegen und Christian Kirchgässner vor einem knapp 3,5 Meter hohen Stromanschluss auf dem Marktplatz in G 1. © Haas

Auf dem Wochenmarkt herrscht ein munteres Treiben. Die Käufer suchen vor allem Tomaten und frisches Obst, das gerade Saison hat. Himbeeren, Johannisbeeren oder Aprikosen sind gefragt, aber auch Pfälzer Kartoffeln und Blumenkohl. Und das eine oder andere wichtige Gespräch zwischen Markthändler und Käufer muss geklärt werden. Auch das zählt besonders für die Markthändler aus der Pfalz zum Wochenmarkt dazu, ebenso wie das Fleischkäsebrötchen oder die warme Wurst, die verzehrt wird.

Für viele ist der Besuch des Marktes nahezu ein Ritual und das schon seit langer Zeit. „Viele kennen sich schon seit vielen Jahren“,erzählt der Vorsitzende des Vereins der selbstständigen Markthändler, Ralf Ziesling. Damit macht er gleich einmal auf ein Problem aufmerksam: „Die Markthändler werden immer älter. Es kommen nur wenige junge nach, die dieses Geschäft betreiben.“

Vielleicht ist es noch nie in den Blickwinkel gerückt worden. Aber um das Denkmal, das Carl Theodor 1767 der Stadt geschenkt hat, befinden sich vier Masten, an denen Stromanschlüsse für die Markthändler eingerichtet sind. Diese befinden sich allerdings in einer Höhe von 3,5 bis vier Metern. Will ein Händler also Strom, dann muss er mit Hilfe einer Leiter die Höhe erklimmen und seinen Stecker in eine der vielen Steckdosen stecken. Das ist gefährlich, erklärt Ziesling. Erst kürzlich sei ein Standbetreiber mitsamt seiner Leiter umgefallen und herabgestürzt, weiß der Vorsitzende zu berichten. Trotz leichter Verletzungen sei das aber noch glimpflich abgelaufen.

Antrag im Gemeinderat gestellt

„Als vor knapp vierzig Jahren diese Masten hier aufgestellt wurden, war das sicherlich zeitgemäß, um so die Steckdosen vor Verschmutzung oder Zerstörung zu bewahren. Aber heute entspreche das nicht mehr dem Stand der Technik“, weiß Thomas Sprengel, der ehemalige Geschäftsführer von Event und Promotion der Stadt, unter deren Federführung die Wochenmärkte durchgeführt werden. Heute könnten diese insgesamt 64 Stromanschlüsse, die es rund um den Marktplatz gibt, sicher auch am Boden installiert werden. Mit neuerer Technik sei auch möglich, dass die Anschlüsse vor Vandalismus geschützt werden könnten. Außerdem würden Händler immer mehr nach Kraftanschlüssen nachfragen. Nur so könnten die Kühlungen an heißen Tagen betrieben werden, berichtet Sprengel.

Die CDU-Fraktion um Claudius Kranz hat sich dieses Themas angenommen und bereits im Mai einen entsprechenden Antrag im Gemeinderat gestellt. „Das ist sicher kein unbedingt weltbewegendes Thema. Aber es muss neu überdacht und gelöst werden“, sagt Kranz. Seine Partei werde auch im neuen Gemeinderat an dem Thema dranbleiben, bekräftigt auch die neue wirtschaftspolitische Sprecherin der Partei, Martina Herrdegen.

Kranz berichtet auch, dass an der Stadtbahnhaltestelle Marktplatz immer wieder Personen von der hohen Bordkante herunter stürzen würden, was bei dem Stadtbahnverkehr gefährlich sei. Er habe der Stadt angeboten, Farbe zu besorgen und den Randstein farblich so zu markieren, dass von weitem die Kante sichtbar sei. Dies sei seitens der Stadt abgelehnt worden. Da es keine Arbeiter mehr gebe, die dies machen könnten, müsste eine Ausschreibung erfolgen, sei ihm beschieden worden.

Bei dem kurzen Rundgang fällt auch auf, dass das Denkmal inmitten des Marktplatzes wieder durch Tauben sehr verschmutzt sei und gereinigt werden sollte, was ja eigentlich alle zwei Jahre erfolgen sollte. Die Reinigung stehe demnächst wieder an. Auf dem Denkmal ist der Handelsgott Merkur zu sehen, der seine Hand schützend über die Stadtgöttin Mannheimia hält, zu deren Füßen die Flussgötter Rhein und Neckar sitzen.

Kranz verspricht, das Anliegen der Markthändler weiter zu verfolgen. Er meinte: „Wir geben da mal vier Monate Zeit. Sollte sich bis dahin nichts bewegen, werden wir noch einmal nachhaken müssen.“

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