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Mitte/Jungbusch - Weil die Kulturbrücken-Räume für die Pandemie zu klein sind, gibt es ein Freiluft-Konzert in der Gartenstadt

Musikalische Südamerika-Reise

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Mail 7.7.
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In der Musik von Lilofee Bittrich sind Einflüsse von Flamenco bis Walzer zu finden. Begleitet wurde sie von Luis Rubina. © Katja Geiler

In den Räumen der Kulturbrücken Jungbusch in der Böckstraße konnten seit Beginn der Pandemie keine Konzerte mehr stattfinden. Doch nun hat Veranstalter Hermann Rütermann einen neuen Ort gefunden: den Kulturgarten in der Gartenstadt. Dabei handelt es sich um den eigenen, privaten Garten.

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„Der Raum der Kulturbrücken ist zurzeit zu klein für Veranstaltungen, aber kleine, akustische Sachen im Garten sind möglich. Ich habe Förderungen bekommen und versuche, die Kulturbrücken beizubehalten, wenn möglich“, sagt Rütermann. Auch der Bürgerverein Gartenstadt sei eine Ausweichmöglichkeit, außerdem gibt es seit diesem Sommer das Kulturtragfestival der Stadt Mannheim, das durch den Bund finanziell gefördert wurde. Kulturschaffende, die in der Pandemie über ein Jahr lang das Nachsehen hatten, können sich für verschiedene Orte für Auftritte anmelden, wie zum Beispiel die Hauptbühne im Schlosspark, das Nebengebäude des Reiss-Engelhorn-Museums oder den Freizeitplatz Alter am Alten Messplatz.

Auch Rütermann hat sich bereits beworben und sieht Chancen, dass der Sommer doch noch gut werden kann. Den Anfang machte eine besonders bezaubernde musikalische Reise durch Südamerika mit Lilofee Bittrich. Die Sängerin stammt aus Lima in Peru und lebte eine Zeit lang in Argentinien. In ihrem Repertoire sind die verschiedensten Einflüsse zu finden, wie zum Beispiel Flamenco des spanischen Gitarristen Paco de Lucía, Walzer aus Peru (die dort Valses heißen und eher aus der Hüfte heraus getanzt werden) und letztendlich Tango und Zamba aus Argentinien. Letztere wird ausgesprochen wie die brasilianische „Samba“, ist jedoch ein langsamer Paartanz.

Lilofee begleitet ihre teils heiteren, teils getragenen Lieder auf der Gitarre oder der Cajón, einem peruanischen Percussion-Instrument. Bei manchen steht ihr Luis Rubina mit Flöte, Panflöte oder Ukulele zur Seite. Zu manchen Stücken erzählt die Sängerin die Geschichte dahinter: „In Lima gibt es eine Seufzerbrücke im Stadtteil Barranco, von dort aus kann man Sonnenuntergänge gut sehen. Verliebte Paare gehen auf die Brücke – und seufzen wegen der schönen Aussicht. Getrennte Paare - seufzen ebenfalls.“

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Winken statt klatschen

Eine besonders tragische Zamba Argentina handelt von Alfonsina, kurz bevor sie Selbstmord im Meer begeht, da sie krank und unglücklich verliebt ist. Im Kontrast dazu steht das Lied „Gracias a la vida“ von der chilenischen Komponistin Violeta Parra, deren Lieder bei Lilofee sehr beliebt sind. Ungefähr 40 Besucher waren bei dem kleinen, stimmungsvollen Saisonauftakt im Garten, bei dem man winken statt klatschen sollte, da „die Gartenstadt sehr ruhig ist“. 

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